06.12.11

Wer über ihn Herzog, wurde König, nicht Doktor

Verschiedenes.

Mein Guttenberg-Gedicht, das ich in der Nacht vor seinem Rücktritt im März bei der ZEIT einreichte, wurde nun in der aktuellen Ausgabe (ZEIT Nr. 49/11) auf Seite 7 veröffentlicht.

Ich lese gerade "Eroberung des Nutzlosen", ein Buch mit Aufzeichnungen, die Werner Herzog vor und während der Dreharbeiten zu "Fitzcarraldo" gemacht hat. Ich bin sehr beeindruckt, von der gänzlich anderen Lebenswelt, von der Besessenheit Herzogs und von ihm selbst überhaupt. Das wäre ein Mensch, den ich echt gern mal treffen würde. Beim Lesen des Buches hab ich immer seine Stimme im Kopf (die der kennt, der mal einen seiner Dokumentarfilme gesehen hat).

Ich habe auch die Stimme des Regens im Kopf. In Hamburg spricht der gerade ohne Unterlass auf die nassen Schneeflocken ein, dass es noch zu warm ist.

Ansonsten: Wenn es dunkel wird:

22.11.11

"Unter den Kronen dieser Bäume sind Sommer und Winter zugleich"

Seit mehreren Wochen schon erfreue ich mich am „Märzwald“, diesem schönen Gewächs aus Poesie und Musik (und jetzt bitte nicht an „Lyrik und Jazz“ denken, das hier ist was anderes. Aber weiter im Text...). Ulrike Almut Sandig und Marlen Pelny haben mit “Märzwald“ etwas sehr Spezielles geschaffen. Klanggedichte, die nach kurzer Zeit zu Ohrwürmern werden. Das ganze Album ist auf eine angenehme Art altmodisch und gleichzeitig frisch und lebendig. Die Vortragsweise von Ulrike hat was von einem baldigen Lächeln. Obwohl es keine Alltagsstimme ist, mit der sie da spricht, ist da dennoch nichts Verstelltes, das kommt direkt an und alles ist so gemeint, wie es scheint. Das Gesagte wird durch Marlens feine musikalische Untermalung nach oben gehievt und bleibt da erst einmal auch.

Letzten Samstag hab ich die beiden dann live gesehen auf dem „Anderseits.Literaturfestival“ (das ich insgesamt seltsam fand, versteckt in einem von Dunkelheit umgebenen Haus, in das nur Eingeweihte fanden und dann dementsprechend eingeweiht an ihren eigenen Verlagsständen herumstanden). Aber weiter im Text... der Auftritt von Sandig/Pelny war toll, weil der Vortrag visualisierte, was ich oben schon beschrieben habe. Das war alles sehr sympathisch, zeitweise anrührend und insgesamt sehr uncool. Dennoch hatten die beiden Künstlerinnen auch einen gewissen Starappeal. So ist das, subjektiv betrachtet. Darum jetzt ein objektiver Ratschlag: Kauft die CD. Weihnachten kommt, unwiderruflich. Schenkt „Märzwald“ Menschen, die überhaupt nicht damit rechnen.

19.11.11

Im Chavis

Die Lesung war aufregend. Es ging um Liebesgedichte. Und zwar sehr unmittelbar. Weil die Liebe auch direkt anwesend war und auch was zu sagen hatte. Dazu noch 40 Menschen mit Ohren. Ich hoffe, mein Herz war nicht zu laut. Danke.

26.10.11

Auf Kurs, immer näher


Das Buch ist in der Druckerei und liegt dort als Dateileiche, die am dritten Tage auferstehen wird. Auf jeden Fall bis zum 16. November; dann nämlich stellen wir "Nähekurs" bei einer Lesung im Chavis Kulturcafé auf St. Pauli vor.
Schon jetzt kann man das Buch beim Verlag zum Subskriptionspreis von 8,50 Euro vorbestellen.

24.10.11

Claire an Yvan, Yvan an Claire

In ungefähr drei Wochen erscheint mein neuer Gedichtband, naja genauer gesagt: unser neuer Gedichtband.
„Nähekurs“ von Judith Sombray und mir.
24 Gedichte aneinander
gelehnt und schimmernd.

Das ist aufregend für mich, ganz allgemein (neues Buch) und auch im Besonderen. Ein gemeinsames Buch eines Dichterpaares, das gabs schon länger nicht mehr, oder?

„Nähekurs“ erscheint im Fixpoetry.Verlag, hat 49 Seiten und ist für 10 Euro zu haben und zu behalten.

25.09.11

MANN BEISST HUHN


Ich bin seit diesem Monat Mitglied im "writers' room" Hamburg. Ich habe mir also einen Arbeitsplatz gemietet und hoffe, dass ich künftig mehr schreibe. Romane und Roman-Trilogien. Und Romanreihen, die aus mehreren Roman-Trilogien bestehen.
Aber demnächst erscheint erst einmal noch ein schmales Lyrikbändchen. Ich hatte eine Co-Autorin. Und hab sie immer noch. Bald mehr dazu.

23.09.11

Westerwelle sollte nützlich sein wie ein Lesebändchen

Vor drei Wochen beim Abendessen von DichterInnen und ZEIT-JournalistInnen wurde ein bisschen resümiert, wie denn das Projekt "Politik & Lyrik" für die einzelnen und insgesamt bisher gelaufen ist. Jan Roß, seines Zeichens Politik-Redakteur, sagte, dass er sich manchmal schlechtere Gedichte gewünscht hätte. Ich denke, er meinte damit Gedichte, die nicht so stil- und formbewusst sind, Gedichte, die vielleicht nicht ganz so unangreifbar stehen bleiben. Darum habe ich das Gedicht "Westerwelle sollte sich einen Vollbart wachsen lassen", das in der aktuellen Ausgabe der ZEIT (39/2011) auf Seite 7 steht, Jan Roß gewidmet.

19.09.11

Geschlechtsverkehr in der Literatur #3

"Als der Bus eine dunkle Landstraße entlangfuhr, drang ich in Frau Kiefer ein und war augenblicklich hingerissen von der Entdeckung, dass der Innenkörper von Frau Kiefer noch erheblich weicher und samtener war als ihr Außenkörper. Die Überraschung wirkte so stark, daß mir ein paar Tränen hochschossen. Endlich war es mir egal, ob Frau Kiefer schlief oder nicht. Ich stieß in diese uferlose Weichheit und blickte von oben auf den schräg hinter uns liegenden Hannemann. Er schlief fest, das Blut an seinem Kopfverband war eingetrocknet."
(Wilhelm Genazino, Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman)

02.09.11

Verpufftes Gedicht

Ein Gedicht, das ich geschrieben habe, nachdem kürzlich in Schleswig-Holstein Christian von Boetticher seinen Rücktritt als CDU-Landesvorsitzender und -Spitzenkandidat erklärte. Es war bekannt geworden, dass er im Vorjahr eine Beziehung zu einer 16jährigen unterhielt. In der ZEIT wurde das Gedicht nicht abgedruckt, darum verbrate ich es hier.


Austauschbar

Es war schlichtweg L.
wir nannten uns Helmut und Hannelore, als wir
in Düsseldorf im Hotel eincheckten, vor den Verwandten
nannten wir uns ernst und rosa
war die Zeit, so auch das Fleisch
und in Luxemburg waren wir beide noch nie
es gab also echte Gemeinsamkeiten, nur zu wenige pünktliche
Atemzüge, ich beendete die Beziehung so schnell
wie eine SPD-Mitgliedschaft, und die Moral von der Geschicht:
Sozialdemokraten und Minderjährige wählt man nicht
wegen verständlicher Vorbehalte der Menschen da draußen
kann einer, der sich der Verantwortung stellt
nicht Ministerpräsident werden, bei G.
war es die Doktorarbeit, bei mir sind es Doktorspiele
die Patienten gehen uns nun langsam aus
dem Weg und lieber zur Wahl
der passenden Schuhe für diesen Anlass über
doch betone ich noch einmal: es war schlichtweg L.
ich wünsche Ihnen noch ein schönes L.
und ziehe mich jetzt nach L. zurück

16.08.11

05.08.11

Gesichtsbücher und die Fratzen darin

Mein "Profi-Teufelskerle" ist auf Seite 6 der aktuellen ZEIT zu lesen. DIE ZEIT hat eine Reichweite von 1,5 Millionen Lesern (laut Media-Analyse), das bedeutet wohl, dass mein Gedicht am vergangenen Tag das meistgelesenste Gedicht in Deutschland war. Spart Euch Eure Kommentare, davon bin ich eh nicht abzubringen. Fuck Amy, ich bin ein verdammter Dichter!

Okay, einen Haken hat die Sache: Im Feuilleton ist ein Gedicht von Judith Zander abgedruckt, ein sehr schönes Gedicht. Wird jetzt generell der Politikteil von mehr Menschen gelesen oder das Feuilleton? Darüber hinaus stellt sich die Frage: Liest nicht ein größerer Anteil der Feuilletonleser ein im Feuilleton abgedrucktes Gedicht, weil es dort eher erwartet und willkommen geheißen wird, während ein Gedicht im Politikteil von den politisch interessierten Lesern eher als Humbug und unnütz ignoriert wird. Naja, Judith Zander und ich waren am abgelaufenen Tag wohl die meistgelesensten Dichter Deutschlands. Ach Judith, ich bin doch auch nur ein Dichter.


28.07.11

Profi-Teufelskerle

laufen 100 Meter Amok unter 3 Minuten, einmal um die ganze Welt
ein Staffellauf durch alle Gesichtsbücher, oh Gott, wir sind fassungslos
ihr auch? Nur Amy Winehouse als Stolperstein
Fuck Amy, es sind 76 unschuldige Menschen gestorben, oh

meine Güte, deine Güte, was für ein Arschloch, Hans-Peter Uhl
(CSU) sagt: In Wahrheit wurde diese Tat im Internet geboren

Da nehmen wir doch gleich Erziehungsurlaub, bilden uns fort und weiter
im Text: Wir sind die deutsche Synchronstimme des norwegischen Volkes
immerhin sind wir nicht verfassungslos und wachsen sorglos auf

dem Boden der Tatsachen fest
gehen in die Kneipe, denn draußen findet das wahre Leben statt
Tod statt, das gilt auch für hier drinnen, ein Bier, wir nicken und schütteln Köpfe
und Hände, wissen mehr als andere: In was für Zeiten wir nur leben

aber nicht lieben, Herzschmerz ist eine App, die man als Wecker benutzt
in den finsteren Nächten, in denen Haustiere sterben
wacht man als Achtjähriger auf und Satan liegt unter dem Bett

schnurrt wie eine Erinnerung, so wird der Kopf zum Fall von ganz oben
wartet auf Knien und auf Gedeih und Verderb und auf den nächsten Knall

22.06.11

08.06.11

Nichts außer Fasanengeschrei

Der Blick aus dem Zimmerfenster morgens. Die Fliegen zogen schließlich Leine. Blieben die Fasane.
"Der Fasanenhahn verfügt über ein breites Lautrepertoire, das zu einem großen Teil aus unmelodisch rauen, krähenden oder metallisch lauten Rufen besteht. Häufigster Ruf ist der Revierruf, der zur Fortpflanzungszeit, vereinzelt aber auch im Herbst zu hören ist – ein zweisilbiges, lautes und unmelodisches göö-gock oder kotock" (Wikipedia).
Sonst alles weit weg.


Spiekeroog 2011

10.05.11

Das Ende der Luftschlange

Mein zweites "politisches" Gedicht für DIE ZEIT ist nun auch online.
Ansonsten: Böser Pickel auf der Nase, Heinz Rudolf Kunze-Lieder, um die Gedanken an eine Ex-Freundin zu verschachteln, hab soviel gegessen, dass ich jetzt Nichtessen plane mit einem Taschenrechner.

05.05.11

Schnellschüsse

Montag: Mir kamen die Bilder von jubelnden Amerikanern, die Bin Ladens Exekution zelebrierten, seltsam vor. Mehr sag ich ja gar nicht.
"Today's achievement is a testament to the greatness of our country and the determination of the American people" (Barack Obama). Er sagte noch mehr.
Was sagt der Tag danach: Die Bilder sprechen nicht alle für sich, die vom toten Bin Laden werden nicht gezeigt (nur ein gefälschtes Foto ist kurz im Umlauf). Darum habe ich selber ein paar Bilder gemacht. Die sind heute als Gedicht mit dem Titel "Teilnehmerzahl nicht bekannt" im Politikteil der ZEIT erschienen. Generell schreibe ich ja nicht sehr schnell, ein Gedicht wird im Normalfall später fertig als ein selbstgehäkelter Topflappen. Sehr mag ich ja gar nicht.

29.04.11

03.04.11

Links

"Stromausfall im Bundestag" kann man hier lesen.
Und wer die Augen vor dem Grauen verschließen will, kann hier die Vertonung eines Gedichtes hören, die ich mal für die Website der Literaturzeitschrift "randnummer" gemacht habe.

31.03.11

Nachts sind alle Roten und Grünen grau

Heute im Politikteil der ZEIT: mein Gedicht "Stromausfall im Bundestag".
Ich bin erfreut und aufgeregt. Da sind plötzlich so viele potentielle Leser, während ich mit dem Fahrrad in die Arbeit fahre. Während ich an einer roten Ampel stehe. Während ich an einen kommenden Urlaub denke. Während ich mit einer Rentnerin Vogelfutter kaufe. Während ich in einer Behörde sitze, um mit jemandem Sozialhilfeleistungen zu beantragen. Während ich im Toilettenspiegel mein gerötetes Gesicht ansehe. Während ich Gemüse kaufe. Und so weiter.
Das Gedicht ist ein Merkel-Gedicht und sie ist immer noch Bundeskanzlerin, während ich das Gemüse esse.

12.03.11

Ergänzung

Ein Album aus 2010, das ich auch sehr mag: "Holon : Hiberno" von The Hirsch Effekt. Auf zwei Songs wurden Textfragmente von mir verwendet. Darüber freue ich mich immer noch sehr und denke mit glühendem Herzen an das Konzert vor einem Jahr zurück und an die schönen einleitenden Worte von Nils vor "Epistel/Calmo". Der andere Song mit worten Worten von mir ist folgender:


11.03.11

Einiges im Blocksatz zusammengefasst

Die durchgehende Kleinschreibung führte nicht mehr weiter. Darum schreib ich jetzt ein Wort wie Wort nicht mehr wort, sondern Wort. Auch in Gedichten, die Wörter. Und ich esse keine Tiere mehr seit Jahresbeginn. Das war kein guter Vorsatz, das war eine Notwendigkeit. Letzten Anstoß gab das Buch von Karen Duve, das ich nur wärmstens empfehlen kann. Es ist spannend zu lesen und lässt einen nicht kalt. Im Nachhinein ist es mir fast ein bisschen unangenehm, dass ich nicht früher und selbständig über meine Essgewohnheiten nachgedacht habe (ich hab schon mal ca. ein Jahr lang kein Fleisch gegessen, aber die Gründe waren eher oberflächlich). Nach einer Woche Vegetarierdasein entschied ich mich dann, fortan vegan zu leben. Und was soll ich sagen? Käse ist manchmal wie Sex, sehr verlockend. Aber man kann glücklicherweise auch Sex haben, ohne dass Tiere leiden müssen. Es geht hervorragend und das Essen danach ist köstlich. Ich kann es nur lobpreisen, das vegane Leben. Vegetarismus hingegen würde ich fast verlangen wollen (wenn ich vor sechs Wochen etwas darüber geschrieben hätte, dann wäre das wesentlich missionarischer geworden, so verlange ich das einfach nur nüchtern und sachlich von euch denkenden Menschen). Was anderes: Das beste Album des letzten Jahres war für mich "Hurra! Hurra! So nicht." von Gisbert zu Knyphausen ("Die Welt ist gräßlich und wunderschön", "Gegen Fernweh hilft nur das Heimweh, das rufe ich und renne los" etc.). Wollte ich mal loswerden, ohne gleich eine ganze Liste mit Alben hinzuschreiben, dieses eine reicht. Ansonsten Mendelssohn. Und Beethoven, meine Güte. Und zwar unter dem Dirigat von Otto Klemperer. 1990, Heavy Metal war meine Frisur und meine Musik, kam mein Neffe auf die Welt, mein Vater kam aus dem Krankenhaus und brachte mir die erste Ausgabe von "Große Komponisten und ihre Werke" mit, das war eine Heftreihe samt CD mit Meilensteinen der klassischen Musik. Die genannte Ausgabe widmete sich der Fünften Sinfonie von Ludwig van Beethoven, gespielt von den Wiener Symphonikern unter Otto Klemperer. Ich verliebte mich. In den letzten Jahren hörte ich überwiegend Bach und Dvořák, mein Neffe wurde erwachsen und trinkt jetzt gerne Bier. Dann war ich vor ein paar Wochen in der Laeiszhalle und u.a. wurde da Beethovens drittes Klavierkonzert gegeben, das mich sehr packte und ich kaufte mir mehrere Versionen der Klavierkonzerte und schließlich auch einige Gesamtausgaben der Sinfonien. Schlussendlich suchte mich der alte Klemperersound heim und ich fühlte mich zuhause (nur die Haare wachsen nicht mehr so). Das ist ja eine Wissenschaft für sich, welche Dirigenten für bestimmte Stücke die besten sind, ich lese das sehr gern in Klassikforen wie diesem, auch wenn das alles nicht wirklich in Allgemeingültigkeit übersetzt werden kann. Ich übersetze meine Person jetzt in einen schönen von Freitag-auf-Samstag-Schlaf und komponiere darin eine Melodie für den Weltfrieden.

01.03.11

Zu gut, den Berg nicht zu bezwingen

"Mit ihm kann man Pferde stehlen. Seine Pferde."
(Matthias Geis und Bernd Ulrich, DIE ZEIT, 24.02.2011)


Sie wissen doch, die Zeit heilt alle Kunden
die unzufrieden sind mit Wunderheilern, stapeln Sie

sämtliche Lorbeerkränze auf Ihr Kopfzerbrechen
so hoch wie alle Luftsprünge aller Lottogewinner aller Zeiten zusammen

nehmen Sie deren Schmerztabletten ein
und wenn Sie wieder landen, ziehen Sie das Clark Kent-Kostüm aus

lassen Sie CDs mit Ihrem Zähneknirschen brennen
wie einen Scheiterhaufen und kinnladen Sie sich den Mund herunter

bis zum Adelsgeschlecht, um sich fortzupflanzen
im festen Glauben an die eigene Stärke, um Himmels willen

nehmen Sie nicht ernst, was andere sagen, die zitieren doch nur
andere und somit sich selbst

Pferdedieb ist kein akademischer Grad, ein Sündenbock aber
raubt Ihnen den gerechten Schlaf, stahl

sich unverrichteter Dinge davon
ein paar Stunden und den einen großen Traum: Ich

werde sein, was noch keiner gewesen ist, nicht Doktor
und auch nicht Patient

ich werde regieren: werde mich in Zukunft beherrschen können

27.01.11

hängt euch gedichte an die wand

ich mag ja korrespondenzen. manchmal zumindest. in bestimmten fällen. ein altes gedicht von mir (aus "biete bluterguss & suche das weite") erschien anfang januar als poetryletter no. 165 auf fixpoetry. die illustration von petrus akkordeon erweitert mein gedicht bilderbuchmäßig. und wer es noch breiter mag, der kann sich über fixpoetry.com drucke der dort erschienenen poetrylettereien kaufen und an die wand nageln.

01.11.10

selbstportrait beim schlafen


diana f+, langzeitbelichtung, 10-15 minuten etwa.
hamburg, 2009

21.10.10

why are you staring into outer space, crying?

an elliott smith mochte ich, dass er nicht schön war. seine lieder waren es dafür umso mehr. als es nur noch einen musiker gab, auf dessen neues album ich wirklich wartete, erstach er sich. heute vor sieben jahren. da musste ich die augen schließen. sogar im dunkeln. weil die schönheit keine rolle mehr spielte, sondern krieg. all die schönen leute mit ihren schönen songs und ihren schönen hörern. sie standen mir allesamt gegenüber. bereit zu töten. als ich dann aber die augen schloss, blieb nur einer übrig. keiner sang so, keiner klang so. keiner wirkte so. auf mich. und ich blieb ein album lang regungslos auf dem kopfkissen liegen, während mein zurückgebliebener körper im beinhaus ein alibi tanzte. keiner sonst war da. hallo? ist da jemand? ballad of big nothing.
geiler song, sagte helmut. wer isn das? das war der tag, an dem ich die vielen schweigeminuten, die ich in meinem leben bisher ausgelassen hatte, nachgeholt habe. ich glaube nicht, dass elliott smith mich gekannt hat. aber er hat dennoch genug für mich getan. er hat nicht aufgehört.

08.10.10

07.10.10

im sammeln begriffen

ganz viele: scheinwerfer haben nur noch münzen übrig
sie zahlen von der brücke aus
das geklimper

die blechtrommeln spielen
die gegenklopfenprelude

fahrer fluchen, drehen das radio auf bis es regnet

bevor sie das abblendgesicht des gegenverkehrs
verschlucken, das sich in lichtgeschwindigkeit
in magenbefindlichkeit verwandelt, der regen kam

mir heute, am 6.10.2010
vor wie der größte sammelbegriff für all die aussichten

oder wie ganz viele größte sammelbegriffe für welt
morgen muss ich arbeiten, für den rest des lebens

auch, weil die kollegin, die mir die uhr auf die hand malt
und die kollegin, die mir aus der hand lesen kann, krank

sind: sie alle, die münzautomaten für streicheleinheiten

ganz viele von ihnen spucken das geld wieder aus

11.08.10

05.08.10

feiertag



hamburg, 2010

04.08.10

1. hindringender literaturpreis

liebe autoren und autorennen,

erfreut erschaffe ich hiermit einen literaturwettbewerb.

also: gesucht werden kurzgeschichten, die ohne den buchstaben 'e' auskommen, aber trotzdem geschlechtsverkehr (sex) extrem erreeegend beschreiben.
die eingereichten texte müssen zwischen 390 und 397 wörtern lang sein.
die geschichte muss mit dem wort "also" beginnen und mit dem wort "spatz" enden.
der text muss in 23facher kopie auf dem originalbriefpapier einer bayerischen brauerei eingereicht werden.
zudem ist der einsendung eine cd beizulegen, auf der die mutter des verfassers/der verfasserin den text vorliest, ohne zu husten und ohne zu blinzeln.

achtung: teilnahmeberechtigt sind alle autoren, die nicht in darmstadt leben.
nichtmännliche autoren müssen allerdings schon in darmstadt leben.

holla: dotiert ist der preis mit dem geld, das ich aus dem verkauf meiner heavy metal-schallplattensammlung erziele.

einsendeschluss: an einem sonnigen tag im august.

abschließend: ich wünsche allen teilnehmern viel erfolg, bevorzugen werde ich niemanden, ich schwöre es.


ihr herbert h.

29.07.10

26.07.10

notizzettel

früher mochte ich lothar matthäus aus herzogenaurach, mochte ich nicht helga beimer aus der lindenstraße. jetzt lese ich manchmal überschriften über diesen ehemaligen fußballer und dauernden ex-ehemann, habe ich nur einen ex-fernseher. manchmal schüttle ich den kopf, aber gucke wieder lindenstraße, einmal in der woche per stream. während also er, der mit dem formidablen ex-spannschuß, einen tor macht, hat sie, die beschürzte immer nur warnende nervenputzfrau aus den 80ern, sich entwickelt: sie steht jetzt im abseits der familienbande, steht da für sich und wartet auf die anderen, auf ne art gelassen, im stich, stärker, im profil.

gestern bin ich geweckt worden von dem heftigen geschrei einer frau (mord, totschlag), das im hinterhof widerhallte wie das schreien von zwei frauen, die gleichzeitig ermordet und totgeschlagen werden. dann kam das grunzen und stöhnen eines mannes dazu und sie kamen. tatsächlich. in einklang. im chor. schaukelten sich laut und heftig zum orgasmus. danach übte jemand anderes (hoffe ich): tonleitern.

ich bin in der neuen belletristik (nr. 10) mit einem gedicht vertreten, das von judith sombray illustriert wurde. und in der aktuellen ausgabe der bella triste (nr. 27) bin ich auch drinne mit einem frage-antwort-spiel ohne fragen, so sage ich dann zum beispiel: "obwohl ich ein notizbuch habe, habe ich das selten griffbereit, dann schreib ich doch wieder (wie seit jahren) alles auf irgendwelche zettel und die liegen nun lose in taschen, bett- und brotkästen oder unter katzen herum."

20.07.10

14.07.10

geschlechtsverkehr in der literatur #2

"und während sich auf dem bildschirm limousinentüren öffnen, champagner in einen schuh gegossen wird und kostbare dessous in zeitlupe auf den boden fallen, legt sie sich bäuchlings über die sofalehne, damit er sie genau so pfählt, wie es der muskulöse schwarze in "triefende tiere" mit der blonden gemacht hat, heftiger sogar - was sie nicht daran hindert, später mit ihm über die frauenfeindlichkeit solcher produktionen diskutieren zu wollen."
(ralf rothmann, feuer brennt nicht)

12.06.10

hasst du mal feuer

zwei monate streichholzbriefe geschrieben
meinen absender in brailleschrift, weil ich

dich nicht mehr sehen kann
weil ich dich dachte als eine

kommende

da ich die ruhe weg hab

dich zu bestaunen wie eine blutstillende

maßnahme im
freien fall auf

eine herde von scharfen

analytikern, die wissen, wie man mich los
wird, nicht durch sprechen, nicht durchs

zuhören, einfach
durch zählen: ja

nein, ja, nein

und dies lehren in den kleineren städten, die sie leeren
können mit den halben, endlosen sätzen über mich, da

ich ja auch nur

weil ich ja doch nur
auf der anderen seite

deiner begehrlichkeit aufgetaucht
bin und die flamme mit der zunge

gelöscht habe




04.06.10

ein abend im wohlers park

wir saßen auf einer bank. weil gestern einfach mal sommer war.
hinter den rhododendren saß eine gruppe mit fernseher.
weil im radio ja dauernd nur über blinde gesprochen wird. als wären die alle unter einsfünfundfünfzig und man könnte leicht über sie sprechen.
da wird immer viel behauptet im radio und keiner sieht es ein.
es war länderspiel, germany's next top model, irgendwann sternenhimmel. und viel werbung. die immer ein bisschen lauter ist.
bis der alkohol lauterer wettbewerb wurde. die stimmen sich verzerrten und streckten.
für uns radio. da hinter den rhododendren. wir hörten nur die münder.
ich hab mit dr. schneider gewettet. leberchirurg. er sagte, dass man waffen-ss nicht mit scharfem s schreibt.
ich sagte, nee, das ist ja nicht so ein wort wie joseph beuys. wir haben gewettet. er hat gewonnen.
sagt er zumindest. jetzt schulde ich ihm ein eis. der ist aber schon nett.
wer, der eis?
ja, vielleicht, aber: muss es nicht die eis heißen? wie immer, wenn es mehrzahl ist. die mehrzahlen. es ist ja die mehrzahl von ei.
ostern ist also eiszeit.
jetzt tauten wir auf, wir waren verliebt, es war gestern auf jeden fall sommer.

30.05.10

stenorette


vorletzte woche hat mir mein freund konrad ein altes diktiergerät geschickt. hurra, hauruck, jetzt kann ich im dunkeln dichten. auf dem bett liegen und mit dem daumen per schieber am mikrofon alles steuern: aufnehmen, zurückspulen, anhören, lächeln. weil das ist wirklich eine freude. im dunkeln dichten bedeutet ungehemmter sein. ungehemmter sein bedeutet mir was.

hier also das erste dunkle gedicht, das nun das tageslicht erblickt:



name der redaktion bekannt


immer wenn ich dich zum ersten mal sehe
trage ich meine unschuldsmiene auf halbem

wege zu grabe, du kommst näher
ran, für dich möchte ich fabrikant

sein von regenschirmen, von weiten

rasenflächen

von fliegenschwärmen

du bringst mich dazu, dass ich
mein lächeln komplett auslache
und danach liegt ein zettel drin

auf dem steht, wo es geblieben ist

ich möchte schluckauf zeichnen

können und diesen auf die erste seite
kleben, ich will fortan dein absender

sein, ich will diese geschichte
ausschreiben und vom fliegen

schwärmen

in diesem geräumigen zeitkorridor
standen still in der luft: fliegen wie

uhren, wie spät es ist?

es ist: wenn der schatten unter den füßen

unter größe 39 schrumpft
heißen alle frauen wie du

27.05.10

in einem monat

sonntag
27. juni
19 uhr
hamburg
magellan-terrassen
lesebühne "hamburger ziegel"
gerhard henschel
katrin seddig
rainer moritz
ich
sowas wie fußballtexte ("katastrophen mit kick")
eintritt frei

habe noch nichts geschrieben
und momentan keine zeit

komme vielleicht auch

25.05.10

selbstportraits #232-235


hambourg, 2010
photographié par la photocabine

24.05.10

gegendarstellung

da habe ich doch behauptet, ich würde hier keine bilder mehr von mir veröffentlichen. dem widerspreche ich jetzt vehement öffentlich, öffentlich vehement.
weiß der teufel, was mich da geritten hat, wem ich da was recht machen wollte. alles, was ich hier mache, ist selbstdarstellung, warum sollte ich also auf bilder verzichten? außerdem möchte ich mich veräußern, momentan. vielleicht ist in drei wochen wieder alles anders. glaube ich zwar nicht, und wenn doch, dann halte ich mich mit absoluten aussagen zurück. oder auch nicht, ist ja mein blog (und nicht mein leben).

also, der wankelmütige herr hindringer ist zurück und liegt und steht und tanzt und guckt aus bildern raus.

hamburg, 2010
fotografiert von anja finger

06.05.10

(poet)raits #1: katharina schultens


hamburg, 2009

was auch schön ist: ein endlich neues buch von katharina soll in absehbarer zeit erscheinen. munkelt man.

03.05.10

mein name klingt älter als meine gedichte

gestern wurde eines meiner gedichte auf wdr 5 im literaturmagazin "bücher" vorgestellt. ich hab das erst hinterher durch einen freundlichen gästebucheintrag auf meiner website erfahren. aber zum glück gibt es ja podcasts. hier also der kurze ausschnitt aus der sendung. das gedicht wird übrigens nicht ganz richtig gelesen, aber vielleicht sind diese enjambements manchmal einfach zu waghalsig. ich hab mich auf jeden fall gefreut. so wie ich mich immer freue, wenn jemand mich liest.
oder hört: vom suchen des glücks

22.04.10

für den nächsten tanz frisch gebohnert

nach dieser rezension würde ich das buch ja echt haben wollen, gell.

das nächste wird ein kochbuch.
oder ein möbelkatalog.
oder ein malbuch.

16.04.10

stillleben #1


hamburg, 2010

05.04.10

"das nichtfunktionieren des pulsmessers

das einfach viel zu stumpf ist".

the hirsch effekt aus hannover haben gerade ihr debütalbum "holon : hiberno" veröffentlicht. zwei gedichtfragmente von mir finden dabei verwendung, laut zu werden. das freut mich. und ich war gerührt, als ich das vor einer woche live erlebt habe.

laut

29.03.10

love comes to me

meine super 8-kamera und ich. am inn. in passau. 2003.
bonnie prince billy.



oh neis, is sät se wind? - jäa.

28.03.10

stundenhotel #2

gestern präsentierte die literaturzeitschrift randnummer erneut vier schöne dichter hier im lyrikkleinstadtland hamburg.

gerald fiebig aus augsburg:



manchmal mag ich gedichte schon echt gern. manchmal sind sie wie anrufe von entfernten menschen. eines der gedichte von tom schulz endete mit: "einer schneite noch". das war ich. das ist über mich.
denkt man dann.

17.03.10

lisa sagt: ist doch kein verbrechen

wenn du nun mal exhibitionistisch veranlagt bist. ich sage: stimmt schon. aber das andere nicht. und jetzt: keine bilder mehr: mit mir drauf. ich tu ab jetzt einfach nicht mehr so.

zum abschluss eine kleine serie aus 2005. die ich mag, weil ich da ich bin. aus dem auto fotografiert von sabine imhof.






zwischen zürich und brig, 2005

16.03.10

deshalb lächle ich auch

letztes jahr wollte die taz mal ein portrait über mich machen. der interviewtermin fand dann auch statt. aber danach hab ich nie wieder was gehört. zu dem artikel sollte ich ein gedicht beisteuern. ich hab extra eins geschrieben. vielleicht lags daran.


(kann man drauf klicken, dann wirds größer)

13.03.10

gegendarstellung

also: vor ein paar wochen wurde ich in der faz als "spaßvogel" bezeichnet. da die faz nicht mir gehört, schwieg ich, fand das aber trotzdem ziemlich ungehörig.
auch in der gestrigen ausgabe der welt ging es um die anthologie "lyrik von jetzt zwei" - in der rezension dazu heißt es über mich: "... oder rüpelhaft-witzige spaßvogel-gesten wie bei herbert hindringer".
also (da die welt mir genauso gehört wie jedem anderen):

liebe welt,

ich bin kein spaßvogel. das ist nämlich die steigerung von galgenvogel.
glaub mir das bitte.

dein herbert

08.03.10

24.02.10

passivportrait #3


hamburg, 2010
fotografiert von bente

16.02.10

hegemannomann, auch mir

zur erinnerung: ich habe ein buch geschrieben. man kann es kaufen.
ein anderes buch ist ausverkauft, aber man kann es klauen.

04.02.10

geschlechtsverkehr in der literatur #1

"oder sie spürten auf dem höhepunkt der leidenschaft plötzlich, wie sie ihnen auf dem rücken einen pickel ausdrückte."
(jeffrey eugenides, die selbstmord-schwestern)

25.01.10

22.01.10

17.01.10

aufsatz

sie: wie ein ballonfahrer ohne hände
steigt sie auf und auf

dauer falle ich auf
sie herein: eine tiefe

stimme ruft mich zurück und auf
alle fälle gern mach ich das

wieder gut:
den schrei

ich: ja, wie ein sterbenskranker
steh ich auf

einem dunklen fleck
der langsam nach oben wandert

die hautärzte ziehen ab
als die schatten verfliegen

und sie: sie winkt nicht einmal
sie wirkt und wird und mehr erhöht

selbstportrait #13


hamburg, 2009

23.11.09

20.11.09

gegen argumente

dass aus hamburg keine nennenswerte literaturzeitschrift kommt.
nun neu: die erste ausgabe der randnummer. ich bin da auch drin, aber vor allem ron winkler. "wenn wir nicht schlafen können, zählen wir / die rettungswagen, die an den krankenwagen, in denen wir uns befinden, / vorüberfahren". darum gedichte.

dass man in der gegenwart leben soll.
da bin ich auch drin: im deutschen lyrikkalender 2010. mit meinem eigenen lieblingsgedicht von mir. es ist schon alt. an meinem geburtstag. dann bin ich noch älter.

dass drumherumgerede nervig ist.
wo ich noch drin bin und froh: in einer anthologie, deren titel nicht schön ist, aber alles andere schon. "skeptische zärtlichkeit". eine besondere sammlung, finde ich. da gibt es 29 dichterinnen und dichter mit ihren gedichten (u.a. adrian kasnitz, beatrix haustein, uljana wolf), aber es gibt auch texte der dichter übers eigene schreiben ("vom vermeiden von gedichten"), und dann noch 29 ein- und hinführungen zu den dichtern (durch beispielsweise jan wagner, ron winkler, björn kuhligk, hendrik jackson). das ist durchaus spannend zu lesen, weil es zumeist konzentrierter ist als das übliche geschwafel, wenn lyrikleute übers wetter reden, das herrschen muss, damit es nicht regnet. darum empfohlen.

18.10.09

22.09.09

manche sagen idiot

das ende eines taz-interviews zum thema sicherheit und überwachung mit dem berliner cdu-politiker peter trapp.

"taz: fassen wir zusammen: kameras können nicht verhindern, dass man zusammengeschlagen wird, sicherheitspersonal ist knapp. was kann getan werden, um die u-bahn sicherer zu machen?

trapp: ich wäre dafür, dass man in s- und u-bahn besondere waggons einführt. die fahrkarte kostet dann etwas mehr, dafür sind dort sicherheitskräfte. wer sich sicher fühlen will, geht dorthin. dann brauchen wir auch keine videoüberwachung mehr. leider ist das nie richtig diskutiert worden."

13.09.09

10.09.09

der tor

"gregor kommt", steht auf dem plakat, das aber dann doch den gysi zeigt. warum muss heutzutage ein politiker zu unserem guten, alten gregor werden? wofür ist das gut? vielleicht lenkt es von all dem anderen ab. wenn ich ihn mag, den frank-walter, dann muss er mich ja nicht mehr überzeugen.
geht keinesfalls wählen! ich geh nicht wählen. und um es noch deutlicher zu machen: ich nehm auch nicht an der briefwahl teil. und ich lasse mir nicht einreden, dass es wichtig wär, es doch zu tun. demokratie und so, jaja.

jetzt zu was anderem: ich beantworte freiwillig eine frage, die mir keiner gestellt hat. warum ich frauenfußball nicht ernst nehme? es liegt an den torfrauen. die sind einfach so schlecht. punkt.

bis zum nächsten mal, euer herbert

09.09.09

immer noch als jung

am 28. oktober in berlin in der lettrétage: neues vom jetzt. mit stefan schmitzer und mir. moderiert von björn kuhligk und ron winkler. keine ahnung, was das wird. es fühlt sich an wie ein termin beim psychiater.

01.09.09

morgen fahr ich fahrrad

gestern stand ich im dienstwagen sitzend an der ampel, gisbert zu knyphausen sang ziemlich laut vom neuen jahr, mir reichte schon der feierabend, aber ein anderer hatte bereits urlaub und war ziemlich abwesend, donnerte mir trotzdem und deswegen hinten mit karacho rein (und ich sah ihn noch im rückspiegel heranbrausen, er hatte den blick zur seite gerichtet und als er nach vorne sah, hatte er noch ca. zehn zentimeter bremsweg übrig).
heute wurde ich von der polizei in einem anderen dienstwagen aus dem verkehr gefischt, ich musste übungen absolvieren, die irgendeinen hinweis darauf geben sollten, ob ich drogen nehme/genommen habe. die eine bestand darin, dass ich den kopf in den nacken legen und die augen schließen sollte, um dann nach einem startzeichen 30 sekunden so exakt wie möglich abzuschätzen. angeblich haben meine 30 sekunden 50 sekunden gedauert. das war natürlich sehr verdächtig. wann haben sie zum letzten mal gekifft? ich bitte sie, die arme einfach seitlich runterhängen zu lassen, ich komme ihnen jetzt nämlich ziemlich nahe und ich möchte sichergehen, dass ich ihre hände im blick habe, damit sie mich nicht angreifen, sie möchten ja sicher auch nicht, dass ich ihnen weh tue. wann waren sie zuletzt mit leuten zusammen, die gekifft haben? sie sehen müde aus. nehmen sie sonst irgendwas? einen angenehmen tag noch.
exakt 30 sekunden später begann ein neues jahr und gisbert zu knyphausen sang lauter als jemals zuvor.

27.08.09

fast selbstportraits

unter yearbook yourself kann man im handumdrehen witzige bildchen von sich oder anderen lieben menschen erzeugen.
so oder so oder so oder so hätte ich ausgesehen, hätte ich mir nicht so viel mühe gegeben, in den 70er jahren in niederbayern geboren zu werden.





22.08.09

millerntor-stadion, matthäus, mama


ich war heute zum ersten mal bei einem pauli-spiel (weil ich die karte geschenkt bekommen habe). es war toll (sinngemäßes zitat), ich war angetan von dem ganzen drum und dran (überdies war es eine mitreissende partie (2:2 gegen duisburg) (das bild zeigt übrigens den elfmeter zum 1:0 für st. pauli durch florian bruns (aufgenommen mit der diana))). was mich nur (immer) etwas stört (auch beim fußball): dass jedes foul vom gegner ein verbrechen ("wichser, drecksau, arschloch"), der schiedsrichter ganz schnell ein schieber ("schieber, schieber, schieber", "hoyzer, hoyzer, hoyzer") und überhaupt der horizont nur dafür da ist, dass der ball nicht im weltall verschwindet (ich mag begeisterung, aber keine beschränkte). das ist wie in der politik, da gibt es ja auch diese parteisoldaten, die nichts hören, aber alles sehen. aber ich will nicht meckern jetzt. wählen geh ich ohnehin nicht mehr. aber zu st. pauli werde ich zurückkehren.
(erinnerung und abschweifung): früher: (als teenager) war ich hin und wieder im münchner olympiastadion, um die bayern zu sehen (heute gegen mainz verloren, pah!). ich war (wirklich) großer lothar matthäus-fan, habe jeden schnipsel über ihn gesammelt und fand ihn einfach toll (wortwörtliches zitat). jetzt ist lothar matthäus (wie) helmut kohl. der unterschied ist halt, dass es eigentlich egal ist, was matthäus so von sich gibt (gab), als spieler war er in der tat großartig. und ich erinnere mich noch, wie ich mit meiner mutter von passau nach münchen gefahren bin an einem 21. märz (matthäus' geburtstag) (war wohl 1987) und die bayern nürnberg 4:0 geschlagen haben, matthäus schoß ein unwiderstehlich schönes 4:0 (fand ich und war glücklich (stolz)). meine mutter wurde mit bier bespritzt. was gar nicht so schlimm war, weil ich mir jetzt gar nicht mehr vorstellen kann, dass das real war, dass sie tatsächlich mit mir zu einem fußballspiel gereist ist, schon stunden vor dem spiel mit mir in der südkurve ausharrte und nicht schlapp machte, nicht jammerte, nicht den eindruck machte, als wäre sie jemand, den man in der küche besuchen müsse, die im sommer wie im winter (immer gleich) grau ist, nein, sie kam mit regenschirm und sonnebrille ins äußerliche leben, um besseres zu tun zu haben, als im abseits zu stehen.

12.07.09

05.07.09

menschen beim orgasmus


ich fotografiere wieder. mehr in zukunft.
für gewöhnlich kann man die bilder dann dort finden.

01.07.09

hast du vielleicht etwas zucker für mich?

jetzt erschienen als leseheft nr. 86 im sukultur-verlag: meine kurzgeschichte "der letzte mensch mit segelohren".


textauszug (im heft natürlich nicht in kleinschreibung):
"paul würde niemals einem fremden solche dinge erzählen. die eigene schwäche und bedürftigkeit so ausbreiten. aber er weiß, es gibt solche menschen. die setzen sich neben einen auf die parkbank und erzählen dann, ohne dass man sie auch nur einmal angesehen und damit vielleicht ermuntert hätte, warum sie ihren vater hassen und wieso sie von ihrer mutter gehasst werden.
der kerl kriegt noch schmalere lippen und dauernd dreht er das glas auf der tischplatte im kreis herum. paul räuspert sich und schnippt dann ein paar mal mit den fingern, um auch ein geräusch zu erzeugen. ihm fällt auf, dass der typ nicht blinzelt. paul sieht ihm eine minute lang ins gesicht, aber der blinzelt einfach nicht. das ist doch nicht normal.
eine weitere minute endet ohne blinzeln."

21.06.09

huschen am zynismus vorbei

eine neue, letzte rezension zu "distanzschule".

nebenbei und doch in einem hauptsatz bemerkt: danke. im letzten jahr waren die verkaufszahlen des buches so, dass ich lächeln musste. ich freue mich über jeden einzelnen leser.

07.06.09

an allen ecken kläfft der kettenhund

noch ein hörstück. dieses mal habe ich ein gedicht von myriam keil vertont. es heißt "von der hundehütte zum fernsehturm".

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04.06.09

passivportrait #2


hamburg, 2009
fotografiert von johannes plohr

30.05.09

bilder vom sich regen, teil mich

ich habe ja diesen einen großen hit produziert. diesen ohrwurm, ihr wisst schon. letzte nacht habe ich ein video dazu gemacht.


16.05.09

de la chanson

das wäre mein beitrag für den eurovision song contest gewesen. für portugal. für die katz. für das fernweh. ich hab keinen fernseher. ich hab kleine ohren.
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03.05.09

 
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