25.03.19

10.03.19

05.03.19

Ein halbes Vaterunser als Buße

Da die Empörung mittlerweile nicht mehr ganz so leidenschaftlich ist und die Drohgebärden auch nicht mehr den nötigen Bums haben, wage ich es. Ich oute mich nun. Ich bin ein unartiger Junge gewesen. Ich war Uwe Uns.


Uwe Uns war ein Möchtegernbahnhofsbuchhandlungsbestsellerautor. Er schrieb in ein paar wenigen Monaten im Jahr 2016 ein Spottbuch über Hamburg (sehr große deutsche Kleinstadt, die sich damit brüstet, Musicalhauptstadt Europas zu sein).
Das Buch heißt "111 Gründe, Hamburg zu hassen" und hat sich ungefähr ebenso oft verkauft. Ernsthaft, es ist wirklich ein richtiger Ladenhüter (erschienen Mitte Oktober 2016 gingen bis Ende 2016 noch 770 Exemplare über den Ladentisch, 2017 waren es dann 75 Stück und 2018 nur noch 17 kärgliche Bücher). Und dieser Uwe Uns hat dadurch gelernt: Leg dich nicht mit Hamburg an, schließlich findet in dieser Stadt der supergeile Schlagermove statt. Hamburg zu verspotten bringt also kein Geld, keine Ehre und auch keine Leser. Weil ja auch viele Leute nicht verstanden haben (q.e.d.), dass das Buch nicht gänzlich todernst (so in der Art: Opa stirbt morgens, der Kanarienvogel nachmittags und abends dann auch noch Mike Krüger) gemeint ist.
War dennoch eine interessante Erfahrung. Jeden Feierabend schrieb ich und dachte irgendwann tatsächlich: Ha, dann kann ich auch einen Roman schreiben. Später dann.
Jetzt warte ich, dass es später wird. Ich brauche wohl den Druck. Damit etwas in Druck gehen kann. Noch so ein Auftragswerk? Eher nicht. Das Konzept kam vom Verlag, 111 Gründe, das waren schon sehr viele Gründe zum Verzweifeln.
Aber toll war die Release-Lesung im Enfants Artspace, für den Elan und die Unterstützung bedanke ich mich herzlich bei meinem Freund Rüdiger Beckmann.
Hier ein kleiner Auszug aus der Lesung:

Soll ich erwähnen, dass in dem Buch tatsächlich ein paar ganz gute Texte versteckt sind? Nein, das mache ich nicht, das habe ich gar nicht nötig. Hamburg kann mich einfach mal gernhaben.

26.02.19

Er ging fehl

Gleich nachdem er das Haus verließ, fiel eine Krähe aus dem Himmel herab und sauste direkt vor seiner Nasenspitze zu Boden. Es war so knapp, dass er riechen konnte, was der Vogel zuletzt gefressen hatte. Einen Apfel. Als dann noch der Busfahrer nach fünf Minuten Fahrt einen Herzinfarkt erlitt und ihm seine Mutter, während er auf einen anderen Bus wartete, per WhatsApp mitteilte, dass sie jetzt mit seinem Chef zusammen war, also seine Mutter und Herr Placken ein Paar waren, küssend, kopulierend und über ihn redend, da überlegte er kurz, ob er nicht einfach unverrichteter Dinge nach Hause zurückkehren sollte. Deutlichere Anzeichen waren ja kaum möglich, dieser Tag konnte nichts Gutes mehr bringen. Aber er entschied sich anders, setzte den Weg zum Plattenladen fort und kaufte sich das neue Blumfeld-Album.

07.06.18

Als einmal so ein Vogel

das Wort Vogel in den Himmel schrieb
und log und als er Sonne falsch buchstabierte
da wurde Nacht

und hunderte Städte lehnten
sich gegen das Dunkel
und fielen um

fielen auf Bäume
die auf Menschen fielen
die auf tote Menschen fielen

12 Jahre lang schiss Gott nur Tränen

als der Vogel starb, wechselten die Wunden
den Arzt und blieben offen
für das Ende von Menschlichkeit

20.02.18

Der Mann mit dem Gesicht in den Haaren

Wenn Martin Schulz ein Hund wäre, würden wir ihn gerne Willy Brandt nennen

Wenn Martin Schulz ein Geruch wäre, trügen wir ihn, wenn wir in der Gasse hinter dem Fischrestaurant nach lange vermissten Verwandten suchen würden

Wenn Martin Schulz eine Todesart wäre, wählten wir Alice Weidel und lachten sie aus

Wenn Martin Schulz ein amerikanischer Präsident wäre, würden wir alle zehn Kilo weniger wiegen und die Welt wäre um einiges leichter

Wenn Martin Schulz Sigmar Gabriel wäre, wären wir selber schuld.

30.01.18

Huch

Peter-Huchel-Preis für Farhad Showghi!
Farhad-Showghi-Preis für alle guten Menschen!


17.11.17

Baby


Hamburg, 2017

14.09.17

Jetzt kann ich nicht schlafen (, du Arsch)

Das ist die Schuld von Ulrich Koch, der sicherlich selig schläft gerade, mit ruhigem Herzen.
Wie es sich wohl anfühlen muss, solche Gedichte zu schreiben?
Sie zu lesen, lässt einen leuchten.
Kauft das Buch, es ist unumgänglich.
"Selbst in hoher Auflösung"
Danke!

30.07.17

Großer Platz im Kopf - Im Gespräch mit Gerald Fiebig

Tja, es hat lange gedauert. Und es lag an mir. Aber nun ist sie fertig, meine neue Podcastfolge. Ich spreche darin mit Gerald Fiebig, der mir persönlich sehr geholfen hat, als ich angefangen habe, ernsthaft Gedichte zu schreiben und dann auch sehr erpicht darauf war, diese zu veröffentlichen. Darüber hinaus ist er ein toller Dichter und Audiokünstler.

Podcast Folge #5: Großer Platz im Kopf

Lange ist es her:

Hohenbrunn, 2004

21.07.17

13.07.17

Was Donald Trump dachte, als ich Beethovens Neunte hörte


Oh, das ist doch aus diesem Werbespot.

Verdammt, ist die Welt klein.

Vielleicht kann ich diesen Betenhoffen nach dem Konzert kurz fragen, ob er eine Ausziehmelodie für mich komponiert.

12.07.17

26.06.17

11.03.17

"our underwear is still hanging from the tree"

Nach dem kürzlichen Abgesang auf meine Gedichte, folgt hier dennoch/deswegen ein Link zu frischen Englisch-Übersetzungen alter Gedichte von mir (aus "biete bluterguss & suche das weite", in Übersee auch bekannt als "offer hematoma & seek the wide"), übertragen von Maria Hofmann.

Zur aktuellen Ausgabe von "No Man's Land"

"closer I cannot get to you today"

05.03.17

Es sieht schlecht aus mit Gedichten

Ich habe im letzten Jahr quasi keine Gedichte geschrieben. Ich lese derzeit keine Gedichte. Ich verblute nicht im übertragenen Sinne.
Es gab schon immer solche Phasen. Dass Gedichte für mich sind wie Bedienungsanleitungen für Kochlöffel.
Und meine Gedichte sind wie selbstklebende Briefmarken. Das Porto zahlt aber der verdammte Empfänger.
Dass ich es dieses Jahr nicht ins "Jahrbuch der Lyrik" geschafft habe, das trifft mich. Kann ich ja auch gern zugeben, interessiert ja eh keinen. Als Dichter nimmt mich kaum einer wahr geschweige denn ernst. Eingereicht für die Anthologie habe ich zehn Gedichte aus 2015, die ich für gut halte. Dass ich aber nun nicht vertreten bin, dafür wieder unzählige Scheißgedichte in dem Buch zu finden sein werden, das frustriert mich. Und ich weiß nicht, wie ich so neue Gedichte schreiben soll. Wenn ich nicht mal ein klägliches Gedicht im "Jahrbuch der Lyrik" unterbringe, wie sollte da ein Verlag auf die Idee kommen, ein ganzes Buch von mir herauszubringen?

Hier gleich einmal vorab ein paar eurer Gedanken, damit ihr euch nicht bemühen braucht: Unreifes banales Gehadere, hält sich wohl für den Tollsten, wenn er so dichtet wie er klagt, dann sollte er froh sein, dass er nicht veröffentlicht wird, herrje, was für eine weinerliche Mimose, es hat schon seinen Grund, dass ich kein Gedicht von ihm auswendig heruntersagen kann.
Hier einer meiner Gedanken: Pfff!

28.12.16

Ich hätte gern Schmetterlingstee mit einem von Ken Jebsen angebissenen Stück Würfelzucker bitte

Lyrik zur Teatime.
Am 29. Januar lese ich um 17.00 Uhr im Hamburger Literaturhaus im 1. Stock zusammen mit Sylvia Geist Gedichte vor, wahrscheinlich laut. Man kann also sogar husten währenddessen. Oder als Antwort Wörter brüllen, die sich auf unsere reimen.

Kommt nicht alle, nur die mit Zahnlücke.

Eintritt: 7 Euro.

24.12.16

Kettenschutz

Aufpassen, das Jahr ist nicht die Hölle, sondern nur ein möglicher Weg dorthin.
Gehaben Sie sich wohl, Herr Komiker.

13.09.16

 
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