26.02.19

Er ging fehl

Gleich nachdem er das Haus verließ, fiel eine Krähe aus dem Himmel herab und sauste direkt vor seiner Nasenspitze zu Boden. Es war so knapp, dass er riechen konnte, was der Vogel zuletzt gefressen hatte. Einen Apfel. Als dann noch der Busfahrer nach fünf Minuten Fahrt einen Herzinfarkt erlitt und ihm seine Mutter, während er auf einen anderen Bus wartete, per WhatsApp mitteilte, dass sie jetzt mit seinem Chef zusammen war, also seine Mutter und Herr Placken ein Paar waren, küssend, kopulierend und über ihn redend, da überlegte er kurz, ob er nicht einfach unverrichteter Dinge nach Hause zurückkehren sollte. Deutlichere Anzeichen waren ja kaum möglich, dieser Tag konnte nichts Gutes mehr bringen. Aber er entschied sich anders, setzte den Weg zum Plattenladen fort und kaufte sich das neue Blumfeld-Album.

07.06.18

Als einmal so ein Vogel

das Wort Vogel in den Himmel schrieb
und log und als er Sonne falsch buchstabierte
da wurde Nacht

und hunderte Städte lehnten
sich gegen das Dunkel
und fielen um

fielen auf Bäume
die auf Menschen fielen
die auf tote Menschen fielen

12 Jahre lang schiss Gott nur Tränen

als der Vogel starb, wechselten die Wunden
den Arzt und blieben offen
für das Ende von Menschlichkeit

20.02.18

Der Mann mit dem Gesicht in den Haaren

Wenn Martin Schulz ein Hund wäre, würden wir ihn gerne Willy Brandt nennen

Wenn Martin Schulz ein Geruch wäre, trügen wir ihn, wenn wir in der Gasse hinter dem Fischrestaurant nach lange vermissten Verwandten suchen würden

Wenn Martin Schulz eine Todesart wäre, wählten wir Alice Weidel und lachten sie aus

Wenn Martin Schulz ein amerikanischer Präsident wäre, würden wir alle zehn Kilo weniger wiegen und die Welt wäre um einiges leichter

Wenn Martin Schulz Sigmar Gabriel wäre, wären wir selber schuld.

30.01.18

Huch

Peter-Huchel-Preis für Farhad Showghi!
Farhad-Showghi-Preis für alle guten Menschen!


17.11.17

Baby


Hamburg, 2017

14.09.17

Jetzt kann ich nicht schlafen (, du Arsch)

Das ist die Schuld von Ulrich Koch, der sicherlich selig schläft gerade, mit ruhigem Herzen.
Wie es sich wohl anfühlen muss, solche Gedichte zu schreiben?
Sie zu lesen, lässt einen leuchten.
Kauft das Buch, es ist unumgänglich.
"Selbst in hoher Auflösung"
Danke!

30.07.17

Großer Platz im Kopf - Im Gespräch mit Gerald Fiebig

Tja, es hat lange gedauert. Und es lag an mir. Aber nun ist sie fertig, meine neue Podcastfolge. Ich spreche darin mit Gerald Fiebig, der mir persönlich sehr geholfen hat, als ich angefangen habe, ernsthaft Gedichte zu schreiben und dann auch sehr erpicht darauf war, diese zu veröffentlichen. Darüber hinaus ist er ein toller Dichter und Audiokünstler.

Podcast Folge #5: Großer Platz im Kopf

Lange ist es her:

Hohenbrunn, 2004

21.07.17

13.07.17

Was Donald Trump dachte, als ich Beethovens Neunte hörte


Oh, das ist doch aus diesem Werbespot.

Verdammt, ist die Welt klein.

Vielleicht kann ich diesen Betenhoffen nach dem Konzert kurz fragen, ob er eine Ausziehmelodie für mich komponiert.

12.07.17

26.06.17

11.03.17

"our underwear is still hanging from the tree"

Nach dem kürzlichen Abgesang auf meine Gedichte, folgt hier dennoch/deswegen ein Link zu frischen Englisch-Übersetzungen alter Gedichte von mir (aus "biete bluterguss & suche das weite", in Übersee auch bekannt als "offer hematoma & seek the wide"), übertragen von Maria Hofmann.

Zur aktuellen Ausgabe von "No Man's Land"

"closer I cannot get to you today"

05.03.17

Es sieht schlecht aus mit Gedichten

Ich habe im letzten Jahr quasi keine Gedichte geschrieben. Ich lese derzeit keine Gedichte. Ich verblute nicht im übertragenen Sinne.
Es gab schon immer solche Phasen. Dass Gedichte für mich sind wie Bedienungsanleitungen für Kochlöffel.
Und meine Gedichte sind wie selbstklebende Briefmarken. Das Porto zahlt aber der verdammte Empfänger.
Dass ich es dieses Jahr nicht ins "Jahrbuch der Lyrik" geschafft habe, das trifft mich. Kann ich ja auch gern zugeben, interessiert ja eh keinen. Als Dichter nimmt mich kaum einer wahr geschweige denn ernst. Eingereicht für die Anthologie habe ich zehn Gedichte aus 2015, die ich für gut halte. Dass ich aber nun nicht vertreten bin, dafür wieder unzählige Scheißgedichte in dem Buch zu finden sein werden, das frustriert mich. Und ich weiß nicht, wie ich so neue Gedichte schreiben soll. Wenn ich nicht mal ein klägliches Gedicht im "Jahrbuch der Lyrik" unterbringe, wie sollte da ein Verlag auf die Idee kommen, ein ganzes Buch von mir herauszubringen?

Hier gleich einmal vorab ein paar eurer Gedanken, damit ihr euch nicht bemühen braucht: Unreifes banales Gehadere, hält sich wohl für den Tollsten, wenn er so dichtet wie er klagt, dann sollte er froh sein, dass er nicht veröffentlicht wird, herrje, was für eine weinerliche Mimose, es hat schon seinen Grund, dass ich kein Gedicht von ihm auswendig heruntersagen kann.
Hier einer meiner Gedanken: Pfff!

28.12.16

Ich hätte gern Schmetterlingstee mit einem von Ken Jebsen angebissenen Stück Würfelzucker bitte

Lyrik zur Teatime.
Am 29. Januar lese ich um 17.00 Uhr im Hamburger Literaturhaus im 1. Stock zusammen mit Sylvia Geist Gedichte vor, wahrscheinlich laut. Man kann also sogar husten währenddessen. Oder als Antwort Wörter brüllen, die sich auf unsere reimen.

Kommt nicht alle, nur die mit Zahnlücke.

Eintritt: 7 Euro.

24.12.16

Kettenschutz

Aufpassen, das Jahr ist nicht die Hölle, sondern nur ein möglicher Weg dorthin.
Gehaben Sie sich wohl, Herr Komiker.

13.09.16

16.02.16

Süße kleine Vögelmaschine

' Cute little Bird Machine'

Very cute little vintage mechanical singing bird mechanism.Made in the 1890's in Paris,probably by Bontems.The mechanism was in a rusted and seized state and has been restored. Surprisingly even the bellows are in good original condition.more great videos:https://www.youtube.com/user/69mechanikfacebook/ https://www.facebook.com/The-House-of-Automata-156844667689921/?fref=tswebsite:http://thehouseofautomata.com/

Posted by Mesmerizing Instruments and Sounds on Sonntag, 24. Januar 2016

09.01.16

Lesung aus "Dachkammerflimmern"

Am 3. Februar (Mittwoch) lesen Carsten Brandau, Claudia Claus, Andreas Dauerer, Petra Kluge und ich unsere Texte, die in der Writers' Room-Anthologie "Dachkammerflimmern" erschienen sind.

Ort: Chavis Kulturcafé, St. Pauli
Beginn: 19.30 Uhr
Eintritt: frei
Mikro: nein
Wetter: Hamburg
Nachwelt: vielleicht


16.11.15

Aus den Wäldern

„Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten“ (J. W. v. Goethe)


Paris ist aus der Stadt hinaus aufs Land gefahren
um die Abschaffung des Lebens zu überdenken

unterdessen wurde der Welt vom Krieg der Mensch erklärt
manche nahmen den Ernst und fällten ihn wie einen Baum

sie stahlen den Himmel über der Krone
und spannten ihn über ihre leere Brust

in den Manteltaschen Blut für die schlechtesten Zeiten
in den Köpfen der Vorteil, kein Mensch sein zu müssen

Markus Söder wollte ebenfalls kommen, rief dann aber an
dass er sich verspäte, weil man ihn auch umgebracht habe

doch es gebe eine bessere Lösung, jubilierte er, er bringe
sie mit. ich saß vor dem Fernseher, schaltete den Ton aus

betrachtete Köpfe ohne den Schrei nach Gerechtigkeit in ihren Mündern
ich lieh ihnen meine Stimme, so konnten sie nur über mich etwas sagen

das, was ich dachte, da ich die Menschheit selbst nicht mehr verstand
so gab ich zu, dass ich nur noch halb war: halb froh und halb lebendig

halb erregt und halb verschlossen. ich erwähnte freimütig
dass ich selbst vom Tod abstammte. dann sagte ich: Paris

du bist mein Ohr, in das ich jetzt flüstere: Schlafe gut
in diesem Nachtzug, der nun zurückfährt in dein Land

in dem fortan alles und jeder hell erleuchtet sein wird, schlafe
auch du gut, Menschheit, Erfindung der Menschheit, ruhe aus


 
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