12.06.10

hasst du mal feuer

zwei monate streichholzbriefe geschrieben
meinen absender in brailleschrift, weil ich

dich nicht mehr sehen kann
weil ich dich dachte als eine

kommende

da ich die ruhe weg hab

dich zu bestaunen wie eine blutstillende

maßnahme im
freien fall auf

eine herde von scharfen

analytikern, die wissen, wie man mich los
wird, nicht durch sprechen, nicht durchs

zuhören, einfach
durch zählen: ja

nein, ja, nein

und dies lehren in den kleineren städten, die sie leeren
können mit den halben, endlosen sätzen über mich, da

ich ja auch nur

weil ich ja doch nur
auf der anderen seite

deiner begehrlichkeit aufgetaucht
bin und die flamme mit der zunge

gelöscht habe




04.06.10

ein abend im wohlers park

wir saßen auf einer bank. weil gestern einfach mal sommer war.
hinter den rhododendren saß eine gruppe mit fernseher.
weil im radio ja dauernd nur über blinde gesprochen wird. als wären die alle unter einsfünfundfünfzig und man könnte leicht über sie sprechen.
da wird immer viel behauptet im radio und keiner sieht es ein.
es war länderspiel, germany's next top model, irgendwann sternenhimmel. und viel werbung. die immer ein bisschen lauter ist.
bis der alkohol lauterer wettbewerb wurde. die stimmen sich verzerrten und streckten.
für uns radio. da hinter den rhododendren. wir hörten nur die münder.
ich hab mit dr. schneider gewettet. leberchirurg. er sagte, dass man waffen-ss nicht mit scharfem s schreibt.
ich sagte, nee, das ist ja nicht so ein wort wie joseph beuys. wir haben gewettet. er hat gewonnen.
sagt er zumindest. jetzt schulde ich ihm ein eis. der ist aber schon nett.
wer, der eis?
ja, vielleicht, aber: muss es nicht die eis heißen? wie immer, wenn es mehrzahl ist. die mehrzahlen. es ist ja die mehrzahl von ei.
ostern ist also eiszeit.
jetzt tauten wir auf, wir waren verliebt, es war gestern auf jeden fall sommer.

30.05.10

stenorette


vorletzte woche hat mir mein freund konrad ein altes diktiergerät geschickt. hurra, hauruck, jetzt kann ich im dunkeln dichten. auf dem bett liegen und mit dem daumen per schieber am mikrofon alles steuern: aufnehmen, zurückspulen, anhören, lächeln. weil das ist wirklich eine freude. im dunkeln dichten bedeutet ungehemmter sein. ungehemmter sein bedeutet mir was.

hier also das erste dunkle gedicht, das nun das tageslicht erblickt:



name der redaktion bekannt


immer wenn ich dich zum ersten mal sehe
trage ich meine unschuldsmiene auf halbem

wege zu grabe, du kommst näher
ran, für dich möchte ich fabrikant

sein von regenschirmen, von weiten

rasenflächen

von fliegenschwärmen

du bringst mich dazu, dass ich
mein lächeln komplett auslache
und danach liegt ein zettel drin

auf dem steht, wo es geblieben ist

ich möchte schluckauf zeichnen

können und diesen auf die erste seite
kleben, ich will fortan dein absender

sein, ich will diese geschichte
ausschreiben und vom fliegen

schwärmen

in diesem geräumigen zeitkorridor
standen still in der luft: fliegen wie

uhren, wie spät es ist?

es ist: wenn der schatten unter den füßen

unter größe 39 schrumpft
heißen alle frauen wie du

27.05.10

in einem monat

sonntag
27. juni
19 uhr
hamburg
magellan-terrassen
lesebühne "hamburger ziegel"
gerhard henschel
katrin seddig
rainer moritz
ich
sowas wie fußballtexte ("katastrophen mit kick")
eintritt frei

habe noch nichts geschrieben
und momentan keine zeit

komme vielleicht auch

25.05.10

selbstportraits #232-235


hambourg, 2010
photographié par la photocabine

24.05.10

gegendarstellung

da habe ich doch behauptet, ich würde hier keine bilder mehr von mir veröffentlichen. dem widerspreche ich jetzt vehement öffentlich, öffentlich vehement.
weiß der teufel, was mich da geritten hat, wem ich da was recht machen wollte. alles, was ich hier mache, ist selbstdarstellung, warum sollte ich also auf bilder verzichten? außerdem möchte ich mich veräußern, momentan. vielleicht ist in drei wochen wieder alles anders. glaube ich zwar nicht, und wenn doch, dann halte ich mich mit absoluten aussagen zurück. oder auch nicht, ist ja mein blog (und nicht mein leben).

also, der wankelmütige herr hindringer ist zurück und liegt und steht und tanzt und guckt aus bildern raus.

hamburg, 2010
fotografiert von anja finger

06.05.10

(poet)raits #1: katharina schultens


hamburg, 2009

was auch schön ist: ein endlich neues buch von katharina soll in absehbarer zeit erscheinen. munkelt man.

03.05.10

mein name klingt älter als meine gedichte

gestern wurde eines meiner gedichte auf wdr 5 im literaturmagazin "bücher" vorgestellt. ich hab das erst hinterher durch einen freundlichen gästebucheintrag auf meiner website erfahren. aber zum glück gibt es ja podcasts. hier also der kurze ausschnitt aus der sendung. das gedicht wird übrigens nicht ganz richtig gelesen, aber vielleicht sind diese enjambements manchmal einfach zu waghalsig. ich hab mich auf jeden fall gefreut. so wie ich mich immer freue, wenn jemand mich liest.
oder hört: vom suchen des glücks

22.04.10

für den nächsten tanz frisch gebohnert

nach dieser rezension würde ich das buch ja echt haben wollen, gell.

das nächste wird ein kochbuch.
oder ein möbelkatalog.
oder ein malbuch.

16.04.10

stillleben #1


hamburg, 2010

05.04.10

"das nichtfunktionieren des pulsmessers

das einfach viel zu stumpf ist".

the hirsch effekt aus hannover haben gerade ihr debütalbum "holon : hiberno" veröffentlicht. zwei gedichtfragmente von mir finden dabei verwendung, laut zu werden. das freut mich. und ich war gerührt, als ich das vor einer woche live erlebt habe.

laut

29.03.10

love comes to me

meine super 8-kamera und ich. am inn. in passau. 2003.
bonnie prince billy.



oh neis, is sät se wind? - jäa.

28.03.10

stundenhotel #2

gestern präsentierte die literaturzeitschrift randnummer erneut vier schöne dichter hier im lyrikkleinstadtland hamburg.

gerald fiebig aus augsburg:



manchmal mag ich gedichte schon echt gern. manchmal sind sie wie anrufe von entfernten menschen. eines der gedichte von tom schulz endete mit: "einer schneite noch". das war ich. das ist über mich.
denkt man dann.

17.03.10

lisa sagt: ist doch kein verbrechen

wenn du nun mal exhibitionistisch veranlagt bist. ich sage: stimmt schon. aber das andere nicht. und jetzt: keine bilder mehr: mit mir drauf. ich tu ab jetzt einfach nicht mehr so.

zum abschluss eine kleine serie aus 2005. die ich mag, weil ich da ich bin. aus dem auto fotografiert von sabine imhof.






zwischen zürich und brig, 2005

16.03.10

deshalb lächle ich auch

letztes jahr wollte die taz mal ein portrait über mich machen. der interviewtermin fand dann auch statt. aber danach hab ich nie wieder was gehört. zu dem artikel sollte ich ein gedicht beisteuern. ich hab extra eins geschrieben. vielleicht lags daran.


(kann man drauf klicken, dann wirds größer)

13.03.10

gegendarstellung

also: vor ein paar wochen wurde ich in der faz als "spaßvogel" bezeichnet. da die faz nicht mir gehört, schwieg ich, fand das aber trotzdem ziemlich ungehörig.
auch in der gestrigen ausgabe der welt ging es um die anthologie "lyrik von jetzt zwei" - in der rezension dazu heißt es über mich: "... oder rüpelhaft-witzige spaßvogel-gesten wie bei herbert hindringer".
also (da die welt mir genauso gehört wie jedem anderen):

liebe welt,

ich bin kein spaßvogel. das ist nämlich die steigerung von galgenvogel.
glaub mir das bitte.

dein herbert

08.03.10

24.02.10

passivportrait #3


hamburg, 2010
fotografiert von bente

16.02.10

hegemannomann, auch mir

zur erinnerung: ich habe ein buch geschrieben. man kann es kaufen.
ein anderes buch ist ausverkauft, aber man kann es klauen.

04.02.10

geschlechtsverkehr in der literatur #1

"oder sie spürten auf dem höhepunkt der leidenschaft plötzlich, wie sie ihnen auf dem rücken einen pickel ausdrückte."
(jeffrey eugenides, die selbstmord-schwestern)

 
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