14.08.13

It was a very good year for blue-blooded girls

Ich habe mal auf Arte eine Dokumentation über Frank Sinatra aufgenommen, den ich mit 17 sehr verehrte. Teil dieser Doku waren Ausschnitte aus der Aufnahmesession zu "It Was A Very Good Year".
When I was 21... war das Band der VHS-Kassette ziemlich abgenudelt, Frank Sinatra lebte noch und ich hatte ihm einen Brief geschrieben. Ich begann zu studieren. Ich fuhr das Fahrrad meines Opas durch Landshut.
Im Mai 1998 sagte mir meine Freundin, die mir schon tagelang vorgebetet hatte, dass es zwischen uns vorbei ist, dass Sinatra gestorben sei. In Straubing war das, in unserer gemeinsamen Wohnung. Sie stand am Spülbecken, ich kam gerade aus dem Gefängnis. Ich setzte mich an den Küchentisch und aß einen Apfel. Mein Praktikum im Gefängnis ging zuende und wir kündigten die Wohnung.
When I was 35, it was a very good year. Ja, tatsächlich.
Das Jahr, in dem die Kopfhörer erfunden wurden, war auch ein sehr gutes Jahr. Diese Stimme direkt in den Ohren zu haben und dazu dieses meisterhafte Arrangement von Gordon Jenkins, das erfasst mich immer wieder von vorne bis hinten und innen und unten und sehr tief und sehr high.
In diesem Video sieht man, mit welch konzentrierter Lässigkeit Sinatra ans Werk ging. Besser als dieser Mann hier kann man nicht singen. Der Song wurde 1965 auf dem Album "September Of My Years" veröffentlicht.
Es wird tatsächlich Herbst gerade, aber es gibt immer noch ein paar dieser wärmenden Momente.

28.05.13

Alles heiter weiter

Jetzt ist es offiziell: der Fixpoetry Verlag erscheint künftig im Horlemann Verlag. So wie die Sonne im Wetter zu scheinen scheint, während das Kind im Manne ein Mannweib während einer Hochzeit heiratet. Das Loch im Loch ist nicht zu finden.

Damit ist auch der Nähekurs nach Berlin umgezogen. In Hamburg regnet es.

22.05.13

21.05.13

Und G. berauschen weiter

Meine Gedichte in Anthologien sind wie Leserbriefe an Sexzeitschriften.

In zwei Sammlungen bin ich gern drin, darum sei hier darauf hingewiesen.

Zum einen freut es mich, dass mein Gedicht "Elternabend" im "Jahrbuch der Lyrik 2013" zwischen Gedichten von Herta Müller und Ulrike Almut Sandig steht. Am Aufregendsten finde ich allerdings, dass auf Seite 256 ein Gedicht von John Updike abgedruckt ist, denn das bedeutet: Ich zusammen mit John Updike in einem Buch! Updike ist Gott, dachte ich früher oft.
(Die zwei Gedichte von Alexander Gumz gefallen mir außerdem sehr).

Auf eine andere Anthologie, die meiner Meinung nach besonders ist und die schon im letzten Jahr erschienen ist, möchte ich etwas verspätet doch noch hinzeigen: "Ich bin von dem grauen Elend zerfressen", herausgegeben von Florian Voß in der Lyrikedition 2000. Der Untertitel der Sammlung heißt "Gedichte und Erwiderungen". Es handelt sich dabei um Gedichte von Georg Heym, dessen Todestag sich 2012 zum hundertsten Mal jährte. Zeitgenössische Dichter haben seine Originaltexte, die auch alle mit abgedruckt sind, zum Anlass genommen, weiterzumachen, zurückzuschieben, umzudeuten, abzuspringen oder sich zu verbeugen. Die sehr schöne Idee von Florian Voß ist zu einem sehr lesenswerten Band geworden. Mein Gedicht heißt "Und der R. rauscht" und nimmt Bezug auf Heyms Gedicht "Nacht".

Also, bitte weiter Gedichte lesen!

23.01.13

04.11.12

In der Anlage eher romantisch

Wer kommt, sollte still sein. Danke.

14.08.12

"Auf allen Straßen klappern sie Ängste ab"

... da ist es doch schön, wenn man nach Hause kommt und ein Gedicht hängt an der Wand. Oder sogar zwei. Der aktuelle Poetryletter bei Fixpoetry mit zwei Gedichten aus "Nähekurs".

Anklicken, um zu vergrößern. Als hochwertiger Druck hier bestellbar.

03.08.12

Jedem das Seine

Im Internet leben seltsame Menschen. Jeden Tag. Auch wenn man nicht reinguckt. Wenn man genauer hinsieht, guckt man meist schnell wieder weg. Vor ein paar Tagen: bei facebook hat jemand ein bebildertes Burgerrezept gepostet. In der Bildunterschrift wurden Vegetarier und Veganer aufgefordert, die Augen zu schließen. Aber aus meiner Sicht sind es die Fleischesser, die ihre Augen verschließen. Zumindest lassen die seltsamen Argumente, mit denen sie ihren Fleischverzehr begründen bzw. verteidigen, kaum einen anderen Rückschluss zu. Ich veröffentliche hier eine Auswahl von Kommentaren. Interessant und erschütternd, wie Tiere hierbei versachlicht werden. Das ist in Anbetracht der Denkfaulheit, die bei vielen bezüglich ihres Ernährungsverhaltens sonst vorherrscht, fast schon wieder eine bemerkenswerte Hirnleistung.



ZITATE

Die Natur hat es immerhin so eingerichtet, dass wir uns von Tieren und tierischen Erzeugnissen ernähren! Ich finde es zwar auch nicht schön, wenn Tiere auf bestialische Weise umgebracht werden, oder nur zum Spaß, aber rum jammern bringt da auch nix, genauso wenig wie kein Fleisch zu essen!

Also ich sag immer: Die Veganer/Vegetarier essen meinem ESSEN das essen weg!! :)

Ich für meinen Teil esse gern Fleisch, und es ist auch nicht unbedingt gesund gar keines zu essen!!! Der Mensch steht halt nun mal ganz oben an der Nahrungskette, und überlegt mal was in der Wildnis passiert!!! Stellt euch nicht so an, wir sollen respektieren und akzeptieren das ihr kein Fleisch esst, dann solltet ihr auch akzeptieren das wir Fleisch essen!!! Peace Out...

Ach immer das ganze rumgeheule von den Pflanzenfressern hier -.- Schonmal was von Tierzucht gehört die Tiere wären nie geboren worden wenn wir diese nicht gezüchtet hätten zum schlachten!

jedem das seine

Das hasse ich am Meisten Vegatariern und (besonders ) bei Veganern! die sind uns Fleischfressern gegenüber absolut intollerant und unbelehrbar! Von uns hat sich noch keiner drüber aufgeregt das ihr millionen von Sojapflanzen das Leben nehmt, nur weil ihr nicht bereit seit der Evolution zu folgen und meint das ihr euch ohne tierische eiweiße und fette ernähren könnt - die im Übrigen seit millionen von Jahren das Überleben diverser Spezies gesichert haben - Der Mensch ist nicht als Pflanzenfresser konzipiert! Aber trotzdem verurteilen wir euch nicht dafür... Andersrum ist das leider nicht so...

...ich überlasse es jedem selbst ob er Fleisch isst oder nicht, Aber was absolut garnicht geht ist, wenn sie sich dann noch über die Leute beschwern die welches essen!

Geht sterben, Veganesen!

geh und ritz dich! komm mal klar mit deinem Leben. Tiere waren schon vor tausenden von jahren nahrung und werden es auch bleiben.

Ausserdem, es ist eine reine Erscheinung der Dekadenz, sich anzumassen, auf eine komplette Nahrungsgruppe zu verzichten. Erkläre doch mal einem Ghettobewohner in Kapstadt, dass er auch Nahrung verzichten soll, weil es cooler ist. Es ist in erster Linie eine Denk- in zweiter Linie eine Essstörung.

jedem das seine... der eine isst fleisch der andere nicht und gut is...

Mal an alle Veganer.. euch ist schon klar, dass es garnicht so viele Tiere gäbe, wenn der Mensch sie nicht essen würde? Tiere haben auch ein Leben verdient.. naja! Wir züchten sie ja dafür, würden wir das machen gäbe es fast keine Nutztiere! Wir lassen euch euch auch euren faden scheiss essen, also lasst uns essen, was wir züchten!

Das sich das menschliche Gehirn erst durch die Aufnahme tierischer Kost zu seiner bemerkenswerten Größe und Leistungsfähigkeit entwickelt hat, ist hinreichend belegt. Dass eine rein pflanzliche Ernährung über Generationen zu einer Rückentwicklung führen würde, ist nur logisch. Das Gehirn, das 2-3% der Körpermasse ausmacht, verbraucht 20% der Energie. So viele Pflanzen kann man auf Dauer gar nicht essen, um dieses Niveau zu gewährleisten.

jedem das seine

ich hab kein problem mit veganern oder vegetariern, solange die mich mit ihrem zeug in ruhe lassen. ich esse fleisch, ihr nicht. ich bin euch tolernat gegenüber ^^ die meisten hier wollen euch ja auch nicht davon überzeugen wieder fleisch zu essen... wie gesagt, ist ja eure sache...

fleischlose Lebensweise macht aggressiv, sieht man hier in der Diskussion, sieht man in Angriffen militanter Veggis auf Fleischerbetriebe und deren Personal und hat ja auch ein berüchtigtes Vorbild....den Föööhrrrerr!

Ein Mensch hat die Wahl sich zu entscheiden was er Isst, somit sollte man auch jedem seine Entscheidung lassen und andere dafür nicht verurteilen, egal für welche Lebensweise er/sie sich entschieden hat

Aber es lässt sich nicht abstreiten, dass die Viehzucht, wie wir sie betreiben, Umweltschädlich ist. Außerdem werden die Tiere oft inhuman gehalten und geschlachtet. DAS wären Punkte wo man ansetzen müsste - Viehzucht, Tierhaltung und Tiertötung - dann ist Fleisch essen auch unproblematisch.

Wie wäre es, wenn einfach jeder das isst, was ihm schmeckt?

denn nicht alle menschen bleiben gesund, wenn sie nur grünzeug futtern! kann auch sehr gefährlich sein in der schwangerschaft z.b.!

scheiss au die veganer xD die verpassen eh ihr leben :-D

Ich liebe Tiere über alles (nicht alle, aber die meisten). Trotzdem esse ich Fleisch und könnte/wollte ich nicht drauf verzichten. Manchmal denke ich auch, dass das falsch ist. Bis mir wieder einfällt Tiere werden nicht nur von Menschen gegessen, sondern Tiere fressen auch Tiere. Ich kann das ja auch nicht verhindern. Das ist nun einmal so.

Vegetarier sind eigendlich ziemlich grausam :o Ich meine Fleisch ist zu 100% tot wenn man es isst. Egal ob gar oder roh. Aber Gemüse und so kann nach dem Pflücken ja noch weiterwachsen wenn man es Einpflanzt oder einfach liegenlässt [Kartoffel, Zwiebel usw]

Bin ich ein Tier weil ich Fleisch esse? Es gibt nichts schöneres als militante Vegetarier! Nebenbei, im Sudan sind in der Zeit wo ich das schreibe 100 Menschen im Bürgerkrieg gefallen! Syrien ca. 10!

Das erotischste was ich mal gesehen hab, war ein hübsches junges Mädchen, welches neben mir in totaler Rage einen Broiler zerpflückt! Begleitet von den Worten: " OHH, Fleisch! Ohh Geil, FLEISCH!" !!!! Ps wenn es gegen die Natur wäre Fleisch zu essen, hätte Mutter natur schon was gegen uns Fleischfresser unternommen!

Biologisch gesehen bin ich ein Tier und Tiere essen nunmal Tiere ô.o zb. Schlangen -> Mäuse... Wir Menschen haben schon vor tausenden vor Jahren Fleisch gegessen ..

Hitler war auch Vegetarierer...

und 2tens sind Menschen von allen Merkmalen her Allesfresser, also ist es ganz natürlich dass wir Fleisch essen und die moralische Keule eh fehl am Platz.

Hm, wenn du nahrungsbeschaffung unbedingt als Mord bezeichnen willst empfinde ich das zwar als etwas absurd, aber wenn das deine Meinung ist bitte. Ich werde dem bößen bößen Löwen und seinem Mordkumpan dem Tiger sagen, sie sollen sich ihr Fleisch doch in zukunft holen, ohne jemanden zu töten. Mir ging es gar nicht darum, zu verhindern, dass Tiere getötet werden.... damit hab ich eigentlich kein Problem, das nennt man Kreislauf der Natur.... was mich stört, ist, wenn die Tiere in Massentierhaltungsfabriken, gequält und unter Drogen gesetzt werden, da bin ich sehr dagegen und bei nem kleinen Metzger kann man besser prüfen wo das Fleisch herkommt, die meisten ländlichen Metzger geben das an.

ich esse jeden tag fleisch und hab kein schlechtes gewissen dabei. ich mein die viecher werden ja geboren um geschlachtet und gegessen zu werden! es ist deren bestimmung!

jedem das seine, aber kein vegetarier oder veganer kann von sich behaupten noch nie fleisch gegessen zu haben, schon als kind nur gemüse wäre völlig gelogen.. ich hab nichts gegen vegetarier oder fleisch esser, es sind zucht tiere die gegessen werden, genauso wie irgend ein Bauer auch die pflanzen züchtet, die ja komischerweise auch als "Lebewesen" auf diesem planeten zählen, also ob man Tier oder Pflanze isst, es sind Lebewesen.. von daher ist es völlig schwachsinnig sich gegeneinander zu "bekriegen" Esst euer ding und fertig.. völliger quatsch das die tiere gequält werden, sie bekommen Essen und Trinken, haben genug freiheiten... es sind und bleiben nun mal zuchttiere... ich versteh nicht wie ein veganer sich das vorstellt, wollt ihr die tiere am Leben lassen und dann sollen sie frei herrumlaufen? stellt euch mal bitte vor es läuft eine Kuh über die Autobahn oder sonst wo lang.. wären wir da nicht dann die leidtragenden?? wo kämen wir dann denn hin, wir sind um 21 jahrhundert und nicht bei 1800 wo es keine maschienen und autos gibt..

Du willst also sagen, dass eine Praktik die mehr als die Hälfte aller auf der Erde lebenden Spezies betreibt, also das Verzehren von Fleisch, die auch unsere Vorfahren jahrtausende lang betrieben haben, moralisch falsch und dumm sei?Oo Na auf die Argumentation bin ich gespannt.

Ich glaube, dass jeder 100ste kein Fleisch mehr essen würde, wenn er bei einer Schlachtung dabei gewesen ist. Ich akzeptiere aber auch alle Veganer u. Vegetarier. Die selbe Akzeptanz wünsche ich mir aber auch umgekehrt.

Glaubst Du wirklich dass auch nur ein Viech länger lebt nur weil ich mir mittags statt einem Schnitzel ein Gänseblümchen zwischen die Kiemen geschoben habe?

...ist der Fuchs darauf angewiesen den hasen zu töten? Frag doch mal, ob er auch Vegetarier werden möchte! Es geht hier nicht darum, ob die Menschen darauf angewiesen sind, sondern darum, dass die Natur es nunmal so vorgegeben hat.

ich habe lediglich meine Meinung gesagt.... die darin besteht, dass ich Fleisch mag, dass ich Fleisch essen werde und aufgrund der Tatsache dass das Recht der Stärkeren nunmal in der Natur gilt, bei allen Tieren, und ja ich bin durchaus der Meinung, dass auch Menschen Tiere sind, und mitten in der Natur verwurzelt sind (alles andere wöllte ich als Arrogant bezeichnen), ich die Moral als nicht zuständig betrachte, da hier nichts moralisch falschens geschieht. Wenn das irgendjemand nicht passt, so ist das sein gutes Recht, ich betrachte es aber hier auch als mein gutes Recht das zu tun, was ich immer mit der Meinung anderer tue..... ja genau darauf pfeifen. Und ja ich kann reflektieren, denn meine Intelligenz, die vermutlich den anderen Tieren überlegen ist ( genau haben wir das ja noch nicht bewiesen) ist eben der Vorteil, den die natur dem Menschen anstatt Zähnen und Klauen gegeben hat.... ich halte es zumindest für ein wenig absurd, aus der Intelligenz zu schließen, dass Menschen keine Tiere sind.... ich wünsche hiermit allen eine gute nacht.

Ich bin Tierlieb und verachte es wen Tiere gequählt werden ! Aber der Mensch ist nun mal Teil der Natur und zu dem ein Allesfresser ! Der Schritt in unserer Evulotion vom primitiven Primaten zum höher entwickelten Homo Sapiens konnte nur vollzogen werden weil wir von Veganischer kost zu mischkost umgestiegen sind ! Weil das Gehirn Eiweiß braucht um wachsen zu können . Das Leben ist zudem kein zuckerschlecken und nur der stärkste überlebt !

Und zu den ganzen Diskussionen über Fleisch oder nicht Fleisch: lasst doch jedem seine eigenen Vorlieben, das kann doch jeder für sich selbst entscheiden.

ICH LIEBE FLEISCH, GEMÜSE BEKOMMEN MEINE KARNICKEL. Fertig. Aus! Da gibt's keine Diskussion PS: mein Fleisch kommt vom Jäger direkt frisch ausm deutschen Wald. Also keine Massentierhaltung, sondern erlesen und auf Bedarf erlegt.

Hallo liebe Veganer, ja das Leben kann hart sein. Fressen und gefressen werden. Leider reiten wir nicht alle mit einem Einhorn über eine Blumenwiese. Es soll jeder nach seiner Fasson selig werden. Ich bin der Meinung das wir zuviel Fleisch essen, ja. Die Qualität leidet darunter, der CO2 Ausstoß steigt durch die wachsende Anzahl der Tiere, der Regenwald muss darunter leiden für den Sojaanbau (Tierfutter) und und und. Aber ich esse gerne Fleisch. Es muss nicht viel sein, aber ich esse es. Es ist auch ok wenn es jemand nicht ist. Ich esse auch gerne, wenn ich in Asien bin, diese wunderbaren Enteneier mit einem nicht ausgebrütetem Entlein drin. Aber das ist meine Sache.


12.04.12

2. Auflage, danke, Grass, blablabla

Seit März liegt "Nähekurs" in der 2. Auflage vor, was nichts anderes bedeutet, als dass sich der Band in den ersten Monaten sehr gut verkauft hat. Darüber freue ich mich, danke! Ich mag Gedichtbücherkäufer, die nicht das Buch kaufen, sondern die Gedichte.

Ansonsten fand ich sehr aufschlussreich, wer sich in den letzten Tagen wie über Günter Grass geäußert hat. Ich mag Grass ja nicht, halte ihn für einen Fatzke. Das Gedicht ist kein gutes. Aber ich fand erstaunlich, was da alles hineingelesen wurde. Vielleicht ist Grass vieles von dem, was man ihm vorwirft, das vermag ich nicht zu beurteilen, aber eins weiß ich: das Gedicht selber gibt das nicht her. Wie man darauf kommt, dass hier ein "SS-Mann" geschrieben habe, bleibt mir schleierhaft. Meine Vermutung: man nimmt das Gedicht zum Anlass, ihm vorzuwerfen, was man ihm ohnehin vorwerfen will. Am verrücktesten fand ich ein Statement eines anderen Fatzkes, Henryk M. Broder nämlich. Er erzählte in einem Interview mit N24, dass Grass zuletzt 1971 in Israel gewesen sei und dort mit Tomaten beworfen worden ist. Das sei dort nicht ganz unüblich ("Das ist halt Orient und da macht man sowas"). Broder kommt dann zu dem Schluss (ich zitiere wörtlich): "Das, was er jetzt zusammen fabuliert, ist die Rache für '71. Sie haben ihn damals, die Israelis haben ihn damals mit Tomaten beworfen und jetzt sollen iranische Raketen auf Israel fliegen. Das ist so das quid pro quo, das ihm so vorschwebt".
Sagen Sie mal, geht's noch?

09.01.12

Zeitlos

Am Donnerstag findet das Lyrikprojekt im Politikteil der ZEIT seinen Abschluss in Form einer Doppelseite. Ich bin gespannt.
Und versuche, in diesem Jahr dann mehr Prosa zu schreiben.

28.12.11

13.12.11

Mein Nebenjob als Dealer

"Ein Buch, das man zu Weihnachten auch an Menschen verschenken sollte, die üblicherweise keine Lyrik lesen, denn es eignet sich als Einstiegsdroge." (Rezension zu "Nähekurs" von Gerrit Wustmann auf cineastentreff.de)

Ja, so würde ich das gern sehen. Gedichte für Menschen, die Ben Folds mögen. Und Woody Allen. Und Gisbert Zu Knyphausen. Ganz normale Menschen eben. Lyrik ist nicht böse.

Bestellen kann man "Nähekurs" HIER.

10.12.11

06.12.11

Wer über ihn Herzog, wurde König, nicht Doktor

Verschiedenes.

Mein Guttenberg-Gedicht, das ich in der Nacht vor seinem Rücktritt im März bei der ZEIT einreichte, wurde nun in der aktuellen Ausgabe (ZEIT Nr. 49/11) auf Seite 7 veröffentlicht.

Ich lese gerade "Eroberung des Nutzlosen", ein Buch mit Aufzeichnungen, die Werner Herzog vor und während der Dreharbeiten zu "Fitzcarraldo" gemacht hat. Ich bin sehr beeindruckt, von der gänzlich anderen Lebenswelt, von der Besessenheit Herzogs und von ihm selbst überhaupt. Das wäre ein Mensch, den ich echt gern mal treffen würde. Beim Lesen des Buches hab ich immer seine Stimme im Kopf (die der kennt, der mal einen seiner Dokumentarfilme gesehen hat).

Ich habe auch die Stimme des Regens im Kopf. In Hamburg spricht der gerade ohne Unterlass auf die nassen Schneeflocken ein, dass es noch zu warm ist.

Ansonsten: Wenn es dunkel wird:

22.11.11

"Unter den Kronen dieser Bäume sind Sommer und Winter zugleich"

Seit mehreren Wochen schon erfreue ich mich am „Märzwald“, diesem schönen Gewächs aus Poesie und Musik (und jetzt bitte nicht an „Lyrik und Jazz“ denken, das hier ist was anderes. Aber weiter im Text...). Ulrike Almut Sandig und Marlen Pelny haben mit “Märzwald“ etwas sehr Spezielles geschaffen. Klanggedichte, die nach kurzer Zeit zu Ohrwürmern werden. Das ganze Album ist auf eine angenehme Art altmodisch und gleichzeitig frisch und lebendig. Die Vortragsweise von Ulrike hat was von einem baldigen Lächeln. Obwohl es keine Alltagsstimme ist, mit der sie da spricht, ist da dennoch nichts Verstelltes, das kommt direkt an und alles ist so gemeint, wie es scheint. Das Gesagte wird durch Marlens feine musikalische Untermalung nach oben gehievt und bleibt da erst einmal auch.

Letzten Samstag hab ich die beiden dann live gesehen auf dem „Anderseits.Literaturfestival“ (das ich insgesamt seltsam fand, versteckt in einem von Dunkelheit umgebenen Haus, in das nur Eingeweihte fanden und dann dementsprechend eingeweiht an ihren eigenen Verlagsständen herumstanden). Aber weiter im Text... der Auftritt von Sandig/Pelny war toll, weil der Vortrag visualisierte, was ich oben schon beschrieben habe. Das war alles sehr sympathisch, zeitweise anrührend und insgesamt sehr uncool. Dennoch hatten die beiden Künstlerinnen auch einen gewissen Starappeal. So ist das, subjektiv betrachtet. Darum jetzt ein objektiver Ratschlag: Kauft die CD. Weihnachten kommt, unwiderruflich. Schenkt „Märzwald“ Menschen, die überhaupt nicht damit rechnen.

19.11.11

Im Chavis

Die Lesung war aufregend. Es ging um Liebesgedichte. Und zwar sehr unmittelbar. Weil die Liebe auch direkt anwesend war und auch was zu sagen hatte. Dazu noch 40 Menschen mit Ohren. Ich hoffe, mein Herz war nicht zu laut. Danke.

26.10.11

Auf Kurs, immer näher


Das Buch ist in der Druckerei und liegt dort als Dateileiche, die am dritten Tage auferstehen wird. Auf jeden Fall bis zum 16. November; dann nämlich stellen wir "Nähekurs" bei einer Lesung im Chavis Kulturcafé auf St. Pauli vor.
Schon jetzt kann man das Buch beim Verlag zum Subskriptionspreis von 8,50 Euro vorbestellen.

24.10.11

Claire an Yvan, Yvan an Claire

In ungefähr drei Wochen erscheint mein neuer Gedichtband, naja genauer gesagt: unser neuer Gedichtband.
„Nähekurs“ von Judith Sombray und mir.
24 Gedichte aneinander
gelehnt und schimmernd.

Das ist aufregend für mich, ganz allgemein (neues Buch) und auch im Besonderen. Ein gemeinsames Buch eines Dichterpaares, das gabs schon länger nicht mehr, oder?

„Nähekurs“ erscheint im Fixpoetry.Verlag, hat 49 Seiten und ist für 10 Euro zu haben und zu behalten.

25.09.11

MANN BEISST HUHN


Ich bin seit diesem Monat Mitglied im "writers' room" Hamburg. Ich habe mir also einen Arbeitsplatz gemietet und hoffe, dass ich künftig mehr schreibe. Romane und Roman-Trilogien. Und Romanreihen, die aus mehreren Roman-Trilogien bestehen.
Aber demnächst erscheint erst einmal noch ein schmales Lyrikbändchen. Ich hatte eine Co-Autorin. Und hab sie immer noch. Bald mehr dazu.

23.09.11

Westerwelle sollte nützlich sein wie ein Lesebändchen

Vor drei Wochen beim Abendessen von DichterInnen und ZEIT-JournalistInnen wurde ein bisschen resümiert, wie denn das Projekt "Politik & Lyrik" für die einzelnen und insgesamt bisher gelaufen ist. Jan Roß, seines Zeichens Politik-Redakteur, sagte, dass er sich manchmal schlechtere Gedichte gewünscht hätte. Ich denke, er meinte damit Gedichte, die nicht so stil- und formbewusst sind, Gedichte, die vielleicht nicht ganz so unangreifbar stehen bleiben. Darum habe ich das Gedicht "Westerwelle sollte sich einen Vollbart wachsen lassen", das in der aktuellen Ausgabe der ZEIT (39/2011) auf Seite 7 steht, Jan Roß gewidmet.

 
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