30.05.10

stenorette


vorletzte woche hat mir mein freund konrad ein altes diktiergerät geschickt. hurra, hauruck, jetzt kann ich im dunkeln dichten. auf dem bett liegen und mit dem daumen per schieber am mikrofon alles steuern: aufnehmen, zurückspulen, anhören, lächeln. weil das ist wirklich eine freude. im dunkeln dichten bedeutet ungehemmter sein. ungehemmter sein bedeutet mir was.

hier also das erste dunkle gedicht, das nun das tageslicht erblickt:



name der redaktion bekannt


immer wenn ich dich zum ersten mal sehe
trage ich meine unschuldsmiene auf halbem

wege zu grabe, du kommst näher
ran, für dich möchte ich fabrikant

sein von regenschirmen, von weiten

rasenflächen

von fliegenschwärmen

du bringst mich dazu, dass ich
mein lächeln komplett auslache
und danach liegt ein zettel drin

auf dem steht, wo es geblieben ist

ich möchte schluckauf zeichnen

können und diesen auf die erste seite
kleben, ich will fortan dein absender

sein, ich will diese geschichte
ausschreiben und vom fliegen

schwärmen

in diesem geräumigen zeitkorridor
standen still in der luft: fliegen wie

uhren, wie spät es ist?

es ist: wenn der schatten unter den füßen

unter größe 39 schrumpft
heißen alle frauen wie du

Kommentare:

nicole hat gesagt…

schöööööööön.

Anonym hat gesagt…

ja, schön. aber es ist ja auch irgendwie einfach, im dunkeln zu dichten.

stell dich bei 30 grad im schatten neben einen schlagbohrer einer großstadt deiner wahl.

wenn du dagegen ankommst (ohne zu schreien). wenn du da noch fühlen kannst. wenn du da den beat, in dessen rhythmus du dichtest, noch deutlich hören kannst. dann.

aber, doch, ja: schön!
:-)
lg - andrea

 
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