18.11.24
28.03.23
19.11.20
09.05.20
Meine Eltern
Meine Eltern Annemarie und Herbert feiern heute goldene Hochzeit.
Dass sie seit 50 Jahren verheiratet sind, ist für mich: Glück, Anker, Wärme.
08.05.20
07.05.20
02.02.20
03.09.19
Wenn ein Nazi König von Deutschland wär
würde er niemals mehr baden, nur das Volk
täglich im Regen stehen lassen, mitten
im Wetter von früher
(auch der Vogelschiss kam
von dort oben), flatternde Wunden
wie Schnee, wieder unbefleckt
je schwerer die Verletzungen, umso schneller
rasen sie hernieder, so fallen
klaffende Öffnungen herab, treffen auf Menschen
die vorher markiert worden sind
er würde den Kindern von heute und den
Kindern von morgen die Zähne rausreißen
lassen und damit das Lachen
seiner Truppen bekleben
er würde aus allen Händen Gedichte entfernen
lassen, aus den Zeitungen
alle Worte herausschneiden, die mit
Wür
de
beginnen, er könnte
sein Glück kaum fassen, so schmierig blutig
(wie eine Ausgeburt
der schlimmsten Motherfuckermütter der Welt)
wäre es, er hätte einen Atem, so lang
wie die Hoffnung braucht
in der nächstbesseren Welt anzukommen
wenn er lacht, wird dieser
Mund zum einzigen
Fenster in einem riesigen Hungerturm
der im Dunkeln immer näher kommt
und morgen sind wir alle nicht mehr
morgen sind wir alle bereits ausgeatmet
eine Art Schrei auf der Rückseite der Stille
01.09.19
Mitschnitt: Rainer René Mueller im Jüdischen Salon
Neue Podcast-Folge: Ungekürzter Mitschnitt einer Lesung von Rainer René Mueller in Hamburg.
Am 6. Februar 2018 war Rainer René Mueller zu Gast im Jüdischen Salon im Café Leonar, las Gedichte und sprach mit Jonis Hartmann über sich, sein Schreiben und über einiges andere.
Hier geht es zum Podcast
25.03.19
10.03.19
05.03.19
Ein halbes Vaterunser als Buße
Da die Empörung mittlerweile nicht mehr ganz so leidenschaftlich ist und die Drohgebärden auch nicht mehr den nötigen Bums haben, wage ich es. Ich oute mich nun. Ich bin ein unartiger Junge gewesen. Ich war Uwe Uns.

Uwe Uns war ein Möchtegernbahnhofsbuchhandlungsbestsellerautor. Er schrieb in ein paar wenigen Monaten im Jahr 2016 ein Spottbuch über Hamburg (sehr große deutsche Kleinstadt, die sich damit brüstet, Musicalhauptstadt Europas zu sein).
Das Buch heißt "111 Gründe, Hamburg zu hassen" und hat sich ungefähr ebenso oft verkauft. Ernsthaft, es ist wirklich ein richtiger Ladenhüter (erschienen Mitte Oktober 2016 gingen bis Ende 2016 noch 770 Exemplare über den Ladentisch, 2017 waren es dann 75 Stück und 2018 nur noch 17 kärgliche Bücher). Und dieser Uwe Uns hat dadurch gelernt: Leg dich nicht mit Hamburg an, schließlich findet in dieser Stadt der supergeile Schlagermove statt. Hamburg zu verspotten bringt also kein Geld, keine Ehre und auch keine Leser. Weil ja auch viele Leute nicht verstanden haben (q.e.d.), dass das Buch nicht gänzlich todernst (so in der Art: Opa stirbt morgens, der Kanarienvogel nachmittags und abends dann auch noch Mike Krüger) gemeint ist.
War dennoch eine interessante Erfahrung. Jeden Feierabend schrieb ich und dachte irgendwann tatsächlich: Ha, dann kann ich auch einen Roman schreiben. Später dann.
Jetzt warte ich, dass es später wird.
Ich brauche wohl den Druck. Damit etwas in Druck gehen kann. Noch so ein Auftragswerk? Eher nicht. Das Konzept kam vom Verlag, 111 Gründe, das waren schon sehr viele Gründe zum Verzweifeln.
Aber toll war die Release-Lesung im Enfants Artspace, für den Elan und die Unterstützung bedanke ich mich herzlich bei meinem Freund Rüdiger Beckmann.
Hier ein kleiner Auszug aus der Lesung:
Soll ich erwähnen, dass in dem Buch tatsächlich ein paar ganz gute Texte versteckt sind? Nein, das mache ich nicht, das habe ich gar nicht nötig. Hamburg kann mich einfach mal gernhaben.
26.02.19
Er ging fehl
Gleich nachdem er das Haus verließ, fiel eine Krähe aus dem Himmel herab und sauste direkt vor seiner Nasenspitze zu Boden. Es war so knapp, dass er riechen konnte, was der Vogel zuletzt gefressen hatte. Einen Apfel. Als dann noch der Busfahrer nach fünf Minuten Fahrt einen Herzinfarkt erlitt und ihm seine Mutter, während er auf einen anderen Bus wartete, per WhatsApp mitteilte, dass sie jetzt mit seinem Chef zusammen war, also seine Mutter und Herr Placken ein Paar waren, küssend, kopulierend und über ihn redend, da überlegte er kurz, ob er nicht einfach unverrichteter Dinge nach Hause zurückkehren sollte. Deutlichere Anzeichen waren ja kaum möglich, dieser Tag konnte nichts Gutes mehr bringen. Aber er entschied sich anders, setzte den Weg zum Plattenladen fort und kaufte sich das neue Blumfeld-Album.
07.06.18
Als einmal so ein Vogel
das Wort Vogel in den Himmel schrieb
und log und als er Sonne falsch buchstabierte
da wurde Nacht
und hunderte Städte lehnten
sich gegen das Dunkel
und fielen um
fielen auf Bäume
die auf Menschen fielen
die auf tote Menschen fielen
12 Jahre lang schiss Gott nur Tränen
als der Vogel starb, wechselten die Wunden
den Arzt und blieben offen
für das Ende von Menschlichkeit
20.02.18
Der Mann mit dem Gesicht in den Haaren
Wenn Martin Schulz ein Hund wäre, würden wir ihn gerne Willy Brandt nennen
Wenn Martin Schulz ein Geruch wäre, trügen wir ihn, wenn wir in der Gasse hinter dem Fischrestaurant nach lange vermissten Verwandten suchen würden
Wenn Martin Schulz eine Todesart wäre, wählten wir Alice Weidel und lachten sie aus
Wenn Martin Schulz ein amerikanischer Präsident wäre, würden wir alle zehn Kilo weniger wiegen und die Welt wäre um einiges leichter
Wenn Martin Schulz Sigmar Gabriel wäre, wären wir selber schuld.
30.01.18
17.11.17
14.09.17
Jetzt kann ich nicht schlafen (, du Arsch)
Das ist die Schuld von Ulrich Koch, der sicherlich selig schläft gerade, mit ruhigem Herzen.
Wie es sich wohl anfühlen muss, solche Gedichte zu schreiben?
Sie zu lesen, lässt einen leuchten.
Kauft das Buch, es ist unumgänglich.
"Selbst in hoher Auflösung"
Danke!
30.07.17
Großer Platz im Kopf - Im Gespräch mit Gerald Fiebig
Tja, es hat lange gedauert. Und es lag an mir. Aber nun ist sie fertig, meine neue Podcastfolge. Ich spreche darin mit Gerald Fiebig, der mir persönlich sehr geholfen hat, als ich angefangen habe, ernsthaft Gedichte zu schreiben und dann auch sehr erpicht darauf war, diese zu veröffentlichen. Darüber hinaus ist er ein toller Dichter und Audiokünstler.
Podcast Folge #5: Großer Platz im Kopf
Lange ist es her:

Hohenbrunn, 2004












